Welt : Stationen einer Flucht

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 (dpa). Nach neun Jahren Flucht steht Jürgen Harksen seit Freitag vor Gericht. Nachfolgend die wichtigsten Stationen des Verfahrens:

Ende 1993 : Geprellte Anleger schalten Polizei und Steuerfahndung ein, nachdem ihnen Harksen bei Anlagen in einer seiner Investmentfirmen Renditen von bis zu 1300 Prozent versprochen hatte. Die meisten Anleger gehen leer aus, Harksen flieht nach Südafrika.

Anfang 1994 : Deutschland beantragt beim damaligen südafrikanischen Staatspräsidenten Frederik de Klerk die Auslieferung. Harksen wird festgenommen und kommt erst gegen eine Kaution von 500 000 Mark wieder auf freien Fuß.

Oktober 1995 : Ein südafrikanisches Gericht eröffnet gegen Harksen ein Konkursverfahren.

April 1998 : Südafrikas Polizei stellt in Harksens Villa Geld und Schmuck im Wert von über zwei Millionen Mark sicher.

April 1999 : Ein Amtsrichter ordnet die Auslieferung Harksens nach Deutschland an. Harksen erleidet einen Herzanfall.

Januar 2000 : Die Wirtschaftsstrafkammer des Hamburger Landgerichts eröffnet das Hauptverfahren gegen Harksen wegen Betrugs in 218 Fällen.

Ende März 2002 : Harksen wird wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen und Betruges in Südafrika festgenommen.

4. April 2002 : Durch eine Überdosis an Medikamenten lässt Harksen einen für den Tag angesetzten Gerichtstermin platzen.

10. April 2002 : Harksen wird inhaftiert und stimmt einem Auslieferungsurteil des Amtsgerichts Kapstadt zu, später widerruft er.

29. Oktober 2002 : Das Oberste Berufungsgericht in Bloemfontain lehnt einen Einwand Harksens gegen die geplante Auslieferung ab.

30. Oktober 2002 : Harksen wird an Deutschland ausgeliefert.

Januar 2003 : Das Hamburger Landgericht muss die Verfahren wegen 138 Betrugstaten einstellen, weil Harksen nur wegen der 80 Fälle der Prozess gemacht werden darf, wegen der er von Südafrika ausgeliefert wurde.

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