Statistik : Überalterung im Osten

Das Statistische Bundesamt stellt bedrohliche Zahlen vor: Die Bevölkerung im Osten Deutschlands wird in den kommenden 50 Jahren schneller zurückgehen als der Westen des Landes.

Isabel Krüger

Berlin - Das teilte am Dienstag das Statistische Bundesamt mit. In den östlichen Bundesländern werden demnach im Jahr 2060 rund 37 Prozent weniger Menschen leben als 2008 und 36 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter sein. In den alten Bundesländern werden nur 19 Prozent weniger Menschen leben als 2008.

2060 kommen im Osten auf 100 erwerbsfähige Menschen 74 Rentner, im Westen werden es 66 sein. Bereits um 2030 werde die Bevölkerungszahl in den neuen Ländern um 15 Prozent niedriger sein als heute und jeder dritte Einwohner werde dann 65 Jahre oder älter sein, erklärte das Bundesamt. Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter von 20 bis unter 65 Jahren wird von acht Millionen im Jahr 2008 auf 5,6 Millionen im Jahr 2030 sowie auf vier Millionen im Jahr 2060 zurückgehen. Im Westen wird der Rückgang und die Alterung voraussichtlich deutlich geringer ausfallen.

Die Bevölkerung in den westlichen Flächenländern wird laut Bundesamt bis 2030 um lediglich vier Prozent und bis 2060 um 19 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 zurückgehen. Die Einwohnerzahl in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin dürfte bis 2030 sogar fast stabil bleiben und dann bis 2060 um zwölf Prozent abnehmen.

„Der starke Geburtenrückgang in den Neunzigern ist eine Ursache für die Alterung im Osten, zudem hält immer noch die Abwanderung junger Leute von den neuen in die alten Bundesländer an“, sagt Bettina Sommer, Referatsleiterin für Bevölkerungsvorausberechnung des Amtes. Jährlich entscheiden sich rund 48 000 junge Leute für einen Umzug in den Westen. „Aber auch das wird nachlassen, weil es weniger junge Leute geben wird, die abwandern könnten“, sagt Sommer. Obwohl die Geburtenzahl im Osten in den letzten Jahren in die Höhe gegangen ist, kann die vorausgesagte Entwicklung nicht mehr umgekehrt werden.

Bei den Szenarien wird davon ausgegangen, dass die Geburtenziffer annähernd gleich bei 1,4 Kindern je Frau liegt, die Lebenserwartung zunimmt und die Zuwanderung abnimmt.

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