Welt : Staupevirus tötet 2000 Seehunde

NAME

Wilhelmshaven (dpa). Rund 2000 Seehunde sind im dänisch-schwedischen Kattegat und Skagerrak sowie im holländischen Wattenmeer bereits am Staupevirus gestorben. Das teilte das Gemeinsame Wattenmeersekretariat Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande in Wilhelmshaven am Mittwoch mit. Allein im Kattegat/Skagerrak seien 1850 bis 1950 Tiere verendet. Im deutschen und dänischen Wattenmeer gebe es zurzeit noch keine kranken Seehunde. Wie schnell sich das Virus weiter verbreitet, ist bislang unklar. Die Seuche war Mitte Mai im Kattegat zwischen Nord- und Ostsee ausgebrochen, an derselben Stelle wie bei der Seehund-Epidemie 1988, sagte die Biologin Bettina Reineking. Damals starben nach ihren Angaben allein im Wattenmeer rund 8600 Tiere, fast 60 Prozent der dort lebenden Seehunde. Insgesamt seien bei der Epidemie etwa 18 000 Seehunde verendet. Das Virus, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, ist sehr aggressiv und ähnelt dem Hundestaupevirus. Es befällt sämtliche Organe und reduziert die Abwehrkräfte der Seehunde. So sind sie anfällig für Sekundärkrankheiten wie eine Lungenentzündung. „Daran sterben die Tiere am häufigsten“, sagte die Biologin.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben