Welt : Stefan Raab ist nicht zu schlagen

Joachim Huber

Der Sieg des Peter Fox ist auch der Sieg von Stefan Raab. Sein „Bundesvision Song Contest“ (BSC) bei Pro 7 hat sich mit der fünften Austragung längst von der Persiflage auf den „Eurovision Song Contest“ (ESC) in der ARD verabschiedet. Der BSC lebt trotz der unterschiedlichen, für manches Ohr und Auge durchaus schmerzhaften Auftritte der 16 Bands vom Willen zur kreativen deutschen Musik und vom Können der Musiker. Der ESC, auch als Grand Prix d’Eurovision bekannt und mittlerweile im 54. Jahr, ist, was den deutschen Beitrag angeht, nur mehr der Versuch, oberhalb der Peinlichkeitsschwelle zu landen. 2008 hatte sich ARD-Deutschland mit den „No Angels“ bei 43 teilnehmenden Nationen auf dem letzten Platz blamiert. Dieses Jahr soll das Duo „Alex swings Oscar sings“ in Moskau das Debakel von Belgrad vergessen machen. Mit dem Niedergang des ESC korrespondiert der Aufstieg des BSC von Raab. Sein Wettbewerb, am Freitag durchschnittlich von 2,24 Millionen Zuschauern gesehen – das entspricht einer Quote von 17,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen –, atmet Authentisches. Raab ist selber Musiker und Musikproduzent, er hat 2004 am „ESC“ teilgenommen, sein Lied „Can’t wait until tonight“, gesungen von Max Mutzke, konnte den achten Platz machen. Aus dieser „ESC“ -Teilnahme ist der Bundesvision Song Contest entsprungen, ein weiterer tragender Baustein in Raabs TV -Karriere. Der 42 -Jährige hat sich mit Formaten wie „Schlag den Raab“, den Stockcar- und Turmspringen-Events oder der „Wok -WM“ beim jungen Publikum weit vor die verknöcherten Show-Anstrengungen von ARD und ZDF gesetzt. Auch der private TV-Konkurrent RTL kann mit seinen einfallsfreien, aber „Ultimativen Chart Shows“ nicht mithalten. Raab ist bei seinen oft mehr als vier Stunden langen TV-Abenden immer selbst mit von der Partie, er riskiert sich, und er riskiert, als Verlierer vom Platz zu gehen. Das wird anerkannt. Unter den landläufigen Unterhaltungszwergen ist Stefan Raab ein Riese. Joachim Huber

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