Stephanie-Prozess : Mario M. muss 15 Jahre hinter Gitter

Der Entführer und Vergewaltiger der Schülerin Stephanie muss für immer ins Gefängnis. Das Landgericht Dresden verurteilte den 36-Jährigen zu 15 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Dresden - Mario M. habe sich unter anderem der Geiselnahme, der Kindesentziehung sowie der mehrfachen Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter Tom Maciejewski zur Urteilsbegründung. Der Verteidiger Andreas Boine will nun prüfen, ob er gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt. Stephanies Familie zeigte sich über das Urteil erleichtert.


Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 36-Jährige im Januar die damals 13-Jährige auf dem Schulweg entführt und fünf Wochen lang brutal missbraucht und vergewaltigt hat. Die Jugendschutzkammer ging dabei über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die 14 Jahre und neun Monate Haft plus anschließender Sicherungsverwahrung gefordert hatte. Der Richter sagte, es sei angesichts der brutalen Taten sowie der kriminellen Energie von Mario M. nicht zu verantworten, ein milderes Urteil zu sprechen. Dessen Geständnis sowie seine Persönlichkeitsstörung seien zwar bei der Strafzumessung berücksichtigt worden. "Andere Menschen mit einer ähnlichen Störung würden solche Taten aber nicht begehen", fügte er hinzu.

"Jetzt hat das Leben wieder einen Sinn"

Stephanies Eltern zeigten sich nach dem Urteilsspruch erleichtert. "Jetzt hat das Leben für unser Kind wieder einen Sinn, und es beginnt ein ganz neuer Abschnitt", sagte der Vater.

Der vorbestrafte Sexualstraftäter Mario M. hatte im Prozess gestanden, die damals 13-jährige Stephanie in Dresden am 11. Januar auf dem Schulweg in seine Gewalt gebracht und in seine Wohnung verschleppt zu haben. Fünf Wochen lang vergewaltigte M. das Mädchen mehrmals am Tag. Zeitweise sperrte er Stephanie geknebelt in eine enge Holzkiste. Die Schülerin wurde nach 36 Tagen von der Polizei befreit. Das Mädchen hatte die Fahnder selbst auf die Spur ihres Peinigers gebracht, indem sie bei nächtlichen Spaziergängen heimlich Zettel mit Hilferufen fallen ließ.

Mario M. war bereits 1999 wegen der Vergewaltigung einer 14-Jährigen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. (tso/ddp)

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