Stephanie-Prozess : Schwere Vorwürfe gegen Opferanwalt

Vor dem Landgericht in Dresden ist der Prozess im Fall Stephanie fortgesetzt worden. Zu Beginn der Verhandlung kritisierten Staatsanwaltschaft und Verteidigung den Anwalt der 14-jährigen Schülerin, Ulrich von Jeinsen, scharf.

Dresden - Dieser hatte beantragt, vor Gericht das Vernehmungsprotokoll von Stephanie sowie ihre Tagebuchaufzeichnungen zu verlesen.

Nach seiner Auffassung sind in der Anklageschrift gegen M. vor allem die Taten aus den ersten Tagen der Entführung hinreichend berücksichtigt. Die Staatsanwaltschaft erklärte, von Jeinsens "Angriffe" auf die Ermittlungen seien nicht "verfahrensfördernd". Die Taten seien in der Anklageschrift vollständig und ausreichend erfasst. Der Verteidiger des 36-jährigen Angeklagten, Andreas Boine, warf Stephanies Anwalt vor, über die Öffentlichkeit zu versuchen, die Entscheidung des Gerichts zu beeinflussen.

Am Nachmittag will Mario M. eine persönliche Erklärung abgeben. Zudem sollen am vierten Verhandlungstag weitere Polizisten als Zeugen gehört werden. Der Angeklagte muss sich seit Anfang November wegen Geiselnahme, Kindesentziehung und schweren sexuellen Missbrauchs sowie Vergewaltigung verantworten. (tso/ddp)

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