• "Stiftung für richtiges Leben": Auszeichnung für ein Parlament ohne Militärs

Welt : "Stiftung für richtiges Leben": Auszeichnung für ein Parlament ohne Militärs

Für ihren Einsatz in Umweltschutz- und Menschenrechtsfragen werden in diesem Jahr Wissenschaftler aus Äthiopien, Indonesien, der Türkei und den USA mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Die mit insgesamt zwei Millionen Kronen (etwa 465 000 Mark) dotierte Auszeichnung ging zu gleichen Teilen an den Äthiopier Tewolde Gebre Egzhiaber, den Indonesier Munir, die Türkin Birsel Lemke und den US-Bürger Wes Jackson, wie die "Stiftung für richtiges Leben" am Donnerstag in Stockholm mitteilte. Die Alternativen Nobelpreise wurden 1980 von dem Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll gestiftet. Sie werden vergeben für den Einsatz zur Lösung "der größten Herausforderungen der Menschheit". Verliehen werden die Preise am 9. Dezember im Stockholmer Reichstag, einen Tag vor der feierlichen Vergabe der Nobelpreise.

Der äthiopische Wissenschaftler Egzhiaber wurde für eine Arbeit ausgezeichnet, die zur Regelung des Exports gentechnisch veränderter lebender Organismen und transgener Pflanzen beitrug. Auf der Grundlage dieser Arbeit verabschiedeten im Januar 130 Staaten im kanadischen Montreal ein entsprechendes internationales Protokoll. Nach Einschätzung der Jury garantiert das Abkommen "die Artenvielfalt und die Rechte der Bauern an ihrem Genpool". Der US-Genetiker Wes Jackson erhielt den Alternativen Nobelpreis für seine "zielstrebige Forschung" auf dem Gebiet nachhaltiger Landwirtschaft.

Für seinen Einsatz im Kampf um Demokratie in Indonesien wurde der Menschenrechtler Munir geehrt. Der 35-jährige Indonesier hatte nach Angaben der Jury dazu beigetragen, dass die indonesische Armee nicht mehr bis 2009 wie vorgesehen im Parlament von Jakarta vertreten sein wird. Sie war für den Machterhalt von Ex-Diktator Suharto während seiner 32-jährigen Herrschaft ein entscheidender Faktor. Mit Massenprotesten hatte die Bevölkerung 1998 den Rücktritt Suhartos erzwungen.

Die Umweltaktivistin Birsel Lemke aus der Türkei bekam den Preis für ihren "langjährigen Kampf gegen den Einsatz von Zyanid in den Goldminen ihres Landes". Auch international kämpfte die 50-Jährige demnach für ein Verbot der umweltschädlichen Technologie. Mit einer hochgiftigen Zyanid-Verbindung kann Gold zu 99 Prozent aus Stein gewaschen werden. Umweltschützer warnen jedoch vor der katastrophalen Wirkung der Blausäurelauge auf die Umwelt. Die im Westen verpönte Methode hatte zuletzt im April eine Zyanidflut aus einem rumänischen Goldbergwerk ausgelöst, die in Flüssen in Ungarn und Jugoslawien für ein Massen-Fischsterben sorgte.

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