Strafvollzug : Prozess um Fluchtversuch - Düsteres Bild von JVA-Siegburg

Knapp drei Wochen vor dem geplanten Prozess um den Foltertod eines Häftlings im Jugendgefängnis Siegburg hat ein anderes Verfahren ein düsteres Bild über die damaligen Zustände in der Haftanstalt geliefert.

BonnEin 22-Jähriger, der wegen eines Fluchtversuchs vor dem Amtsgericht Siegburg stand, sagte, er sei geschlagen, ausgebeutet und mit dem Tode bedroht worden. Seine Angst vor anderen Häftlingen sei so groß gewesen, dass er auf den Freigang verzichtet habe und lieber in der Zelle geblieben sei. Am 4. Juni 2006 inszenierte er mit einem Zellengenossen eine Geiselnahme, um sich damit den Weg ins Freie zu erpressen. Der junge Mann wurde zu 180 Euro Strafe verurteilt.

In der JVA-Siegburg war im vergangenen November ein 20-Jähriger stundenlang gequält, sexuell missbraucht und schließlich gezwungen worden, sich selbst zu erhängen. Die Staatsanwaltschaft wirft drei Zellengenossen vor, ihr Opfer auf grausame Weise, aus Mordlust, aus niedrigen Beweggründen und zur Verdeckung von Straftaten getötet zu haben. Zur Tatzeit waren die Beschuldigten zwischen 17 und 20 Jahre alt. Der Prozess soll am 1. August vor dem Landgericht Bonn beginnen. (mit dpa)

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