Strahlentherapie : Krebskranker stirbt an Überdosis

Durch überhöhte Bestrahlung bei einer Krebsbehandlung ist im ostfranzösischen Epinal ein Patient ums Leben gekommen. Auch bei 13 weiteren Patienten soll es schwere Komplikationen gegeben haben.

Epinal - Wie die Krankenhausleitung bestätigte, traten bei 13 weiteren Patienten schwere Komplikationen auf, die ebenfalls auf überhöhte Bestrahlung zurückzuführen seien. Drei von ihnen seien mittlerweile ebenfalls gestorben, doch stehe ihr Tod nach bisherigen Erkenntnissen nicht in direktem Zusammenhang mit den überhöhten Strahlendosen. Das französische Gesundheitsministerium forderte die zuständigen Behörden auf, die Vorgänge in dem Krankenhaus lückenlos aufzuklären.

Nach Angaben der lothringischen Krankenhausbehörde wurden die Männer, die alle an Prostatakrebs litten, zwischen Mai 2004 und Mai 2005 verstrahlt. Sie hätten bei der Therapie eine um durchschnittlich 20 Prozent überhöhte Strahlung abgekommen. Erste Symptome einer Verstrahlung, etwa Verdauungsstörungen, seien im Juli 2005 aufgetreten. Einige Patienten hatten so schwere Verbrennungen, dass sie einen künstlichen Darmausgang bekamen. Die Krankenhausbehörde schaltete daraufhin das staatliche Strahlenschutzamt ein.

Nach Angaben der Krankenhauschefin ist die Strahlung auf eine fehlerhafte Bedienung der Geräte zurückzuführen. Demnach war das Personal vermutlich nicht ausreichend mit den Geräten vertraut. In fraglichen Zeitraum hatten sich in dem Krankenhaus insgesamt 103 Krebskranke einer Strahlentherapie überzogen. (tso/AFP)

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