Welt : Straßentunnel werden nachgerüstet

Oliver Bilger

Berlin - Straßentunnel sind Unfallschwerpunkte: Ein Jahr erst liegt der jüngste tödliche Zusammenstoß im Schweizer Gotthardtunnel zurück. Damit sich ähnliche Unglücke nicht in einem der 193 deutschen Tunnel wiederholen, startet das Bundesverkehrsministerium ein Nachrüstprogramm für die Straßenröhren, das sie heute vorstellt. 230 Millionen Euro sind dafür insgesamt vorgesehen.

In einem Tunnel in Dortmund-Wambel fällt der Startschuss für die Verbesserung der Sicherheitsausstattung in Tunneln in Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen.

Das Verkehrsministerium attestiert den deutschen Tunneln schon jetzt ein hohes Sicherheitsniveau. Dabei stützt es sich auf einen europaweiten Test von 27 Tunneln, den er ADAC im Frühjahr veröffentlich hat. Die vordersten Plätze erreichten dabei Deutschlands längste Unterführung Rennsteig bei Oberhof und der Tunnel Berg Bock bei Meiningen. Die Note „sehr gut“ erhielt außerdem der Wesertunnel. Insgesamt sei die Sicherheit deutscher Tunnel im europäischen Vergleich „sehr hoch“, sagt Nicolas Adunka. Der ADAC-Projektleiter des Vergleichs verweist aber darauf, dass vor allem neue Bauten auf diesem sehr hohen Niveau seien. Bei älteren Tunneln könne es „gewisse Defizite“ geben. Diese bestünden meist bei der Beleuchtung und Fahrbahnmarkierung, der Lüftung bei Bränden oder den Fluchtwegen. Vor allem Tunnel aus den Jahren 1990 bis 2000 haben nach seinen Angaben Nachrüstbedarf. Adunka bezeichnet das gestartete Programm als „erstrebenswert“, zumal es seit Ende April eine EU-Richtlinie zur Sicherheit in Straßentunneln gebe. Mit der Nachbesserung sollen Mängel nun behoben werden: Kurzfristig sollen kleinere Maßnahmen wie neue Straßenmarkierungen um gesetzt werden, später auch größere, wie der Bau neuer Flucht- und Rettungswege.

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