Strom weg, Schulen : Wintereinbruch überrascht Alpenregion

Die Meteorologen hatten Schnee am Alpenrand angekündigt. Dass es so heftig kommen würde, hatte kaum jemand erwartet. Die Natur ist noch nicht auf Winter eingestellt, viele Bäume brechen unter dem nassen Schnee - mit weitreichenden Folgen.

Schnee im Oktober. Die Meteorologen hatten Schnee am Alpenrand angekündigt. Dass es so heftig kommen würde, hatte kaum jemand erwartet. Die Natur ist noch nicht auf Winter eingestellt, viele Bäume brechen unter dem nassen Schnee - mit weitreichenden Folgen.
Schnee im Oktober. Die Meteorologen hatten Schnee am Alpenrand angekündigt. Dass es so heftig kommen würde, hatte kaum jemand...Foto: dpa

Bäume stürzen auf Straßen und Stromleitungen, Schnee bedeckt Fahrbahnen und Fußwege: Ein heftiger Wintereinbruch mitten im Herbst hat am Alpenrand erhebliche Behinderungen ausgelöst. Am schlimmsten erwischte es am Freitag den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Unter der Last des nassen Schnees kippten viele noch laubtragende Bäume um. Es kam zu zahlreichen Verkehrsunfällen, die aber meist glimpflich ausgingen. In 12 000 Haushalten am Alpenrand fiel der Strom aus.
Nach stundenlangem Schneefall verfügte das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen am Morgen: Alle Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis bleiben geschlossen. Die Behörde forderte alle Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. Umstürzende Bäume gefährdeten Fußgänger und Autofahrer. Ein Polizeisprecher warnte Autofahrer davor, auf Nebenstraßen auszuweichen. Auch er empfahl, besser zu Hause zu bleiben. Gefahrguttransporter mussten auf Parkplätzen warten, bis die Straßenverhältnisse sich besserten.

Im Oberland fiel in rund 12 000 Haushalten der Strom aus


Die Bundesstraße 2 war zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald gesperrt, weil 15 umgestürzte Bäume die Fahrbahn blockierten. Auch andere Straßen im bayerischen Oberland blieben zeitweise unpassierbar, etwa die Bundesstraße 13 bei Lenggries. Auch im Allgäu kippten Bäume unter der Last des Schnees um. Umgestürzte Bäume behinderten ebenfalls den Bahnverkehr. So waren die Strecken von Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald und nach Ehrwald gesperrt. Auch andere Nahverkehrsstrecken südlich von München waren wegen umgestürzter Bäume zeitweise unterbrochen. Im Oberland fiel in rund 12 000 Haushalten der Strom aus. Zeitweise waren mehrere Gemeinden komplett ohne Stromversorgung. Nach Angaben der Bayernwerk AG waren alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, um die Versorgung wiederherzustellen. Es müsse aber mit weiteren Störungen gerechnet werden.

Zentimeterhoher Schnee auf den Autos


Auf der schneebedeckten Autobahn von München Richtung Garmisch-Partenkirchen (A95) ging es zeitweise nur zäh voran. Die wenigsten Fahrzeuge waren schon mit Winterreifen ausgerüstet. Neben der Region um Garmisch-Partenkirchen wurden vor allem die Bewohner in den Kreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Starnberg vom Winter überrascht. Verdutzte Autofahrer mussten vor der Fahrt zur Arbeit ihre Fahrzeuge erst einmal von zentimeterhohem Schnee befreien oder die Ausfahrt freischaufeln.


Mit Macht kam der Winter auch im benachbarten österreichischen Bundesland Tirol: Dort waren an die 22 000 Haushalte ohne Strom. 50 Gemeinden vor allem im Ötztal, im Piztal und in Imst waren nach Angaben der Tinetz-Stromnetz Tirol AG betroffen. In der Nacht war etwa in Seefeld bis zu einem halben Meter Schnee gefallen. Am Brenner blieben zahlreiche Fahrzeuge liegen, weil sie noch mit Sommerreifen ausgerüstet waren. Der Bahnverkehr in Tirol lag am Morgen komplett lahm. Schüler durften zu Hause bleiben. Der Schnee wird laut Meteorologen aber zumindest in den Alpentälern bald wieder tauen. Schon am Samstag sollen die Temperaturen überall deutlich steigen. (dpa)

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