Welt : Stromausfall kostet 100 Millionen Dollar

GERALD STEWART

Seit dem 20.Februar fehlt Auckland der Saft / Abnehmer wollen auf Entschädigung klagenVON GERALD STEWART AUCKLAND.Seit dem 20.Februar liegt Auckland, Neuseelands größte Stadt, in Folge eines Stromausfalls im dunklen.Zahlreiche Firmen sind gezwungen, ihren Betrieb einzustellen.Inzwischen hat das Elektrizitätswerk Mercury Energy am 8.März mit der Anlage eines Notkabels im Zentrum der Stadt begonnen.Aber auch das soll erst in fünf bis zehn Wochen durchzuführen sein.In mehrstöckigen Geschäftsgebäuden sind die oberen Stockwerke lahmgelegt - bereits seit Wochen gibt es keinen Strom mehr.Der Schaden, der der Stadt und ihrer Wirtschaft seitdem entstanden ist, wurde auf 100 Millionen neuseeländische Dollar veranschlagt.Die Abnehmer des Stromversorgers Mecury Energy verlangen Entschädigung.Rund 1000 Geschäftsleute haben bereits eine Klage angekündigt.Mehrere hundert Millionen neuseeländische Dollar stehen auf dem Spiel.Auckland konnte nur auf 30 Prozent des verfügbaren Stroms zurückgreifen.Zahlreiche Unternehmen und auch viele Banken haben vorrübergehend schließen und provisorische Filialen einrichten müssen, in denen Mitarbeiter versuchen, die Notversorgung zu gewährleisten.Ein Defekt von vier Hauptstromkabeln hatte das Geschäftsviertel in Dunkelheit gestürzt.Niemand konnte voraussehen, daß vier von fünf unterirdisch verlegten Kabeln gleichzeitig ihren Dienst versagten.In vielen Firmen gab es plötzlich keinen Strom mehr.Auch die Computer waren ausgefallen, gleichfalls die Kühlschränke und Klimaanlagen.Aucklands Bürgermeister Les Mills erklärte, zahlreiche Büroangestellte seien von Polizisten und Feuerwehrleuten aus Fahrstühlen gerettet worden, nachdem sie steckengeblieben waren.Eine Zeitlang waren die Zustände in der Stadt geradezu chaotisch.Dennoch lehnten es die lokalen Behörden ab, den Notstand auszurufen; Bürgermeister Mills hatte es ausdrücklich abgelehnt, das neuseeländische Heer in Alarmbereitschaft zu versetzen, Aucklands Stadtzentrum abzuriegeln oder die Bevölkerung zu evakuieren.Inzwischen müssen die Unternehmer in den Bürostunden mit der Zeit zurechtkommen, die ihnen die natürliche Sonneneinstrahlung zum arbeiten läßt.Die tägliche Arbeitszeit halbiert sich dadurch zuweilen.Während die eine Hälfte der Firmen ihren Strom in den Vormittagsstunden bezieht, wird die andere Hälfte erst nachmittags mit dem wertvollen Saft versorgt.Sämtliche Versuche, die Stromversorgung in den Griff zu bekommen, sind seit dem 20.Februar vorläufig gescheitert.

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