Stromausfall : Teile Westeuropas ohne Saft

Stromausfälle haben am Samstag in Teilen Westeuropas die Lichter ausgehen lassen. Auch in Deutschland wurden viele Menschen von der plötzlichen Dunkelheit überrascht.

Köln - Zu schweren Zwischenfällen kam es ersten Erkenntnissen zufolge offenbar nicht. Allerdings mussten die Passagiere der Kölner Rheinseilbahn den Stromausfall in luftiger Höhe aussitzen. Einige Menschen wurden nach Feuerwehrangaben aus stecken gebliebenen Fahrstühlen befreit. Besonders hart war Frankreich betroffen. Dort mussten laut Medienberichten fünf Millionen Menschen ohne Strom ausharren.

Die Gondeln der Rheinseilbahn seien wegen der Langen Nacht der Museen in Betrieb gewesen und kurz nach 22.00 Uhr über dem Fluss stehen geblieben, sagte der stellvertretende Leiter der Kölner Berufsfeuerwehr, Johannes Feyrer. Aus den Gondeln seien einige Notrufe bei der Leitzentrale eingegangen. Hätte der Stromausfall länger gedauert, wären die Menschen von Höhenrettern aus der Seilbahn befreit worden. Dies sei letztlich aber nicht nötig gewesen. Die Rheinseilbahn ist die nach Angaben der Betreiber einzige einen Fluss überquerende Seilbahn in Deutschland.

In Deutschland vor allem Nordrhein-Westfalen betroffen

Neben Teilen Kölns waren unter anderem Neuss, Essen, Oberhausen und Mühlhausen ohne Strom. Auch in der Innenstadt von Paderborn und in der Region Bielefeld gingen plötzlich die Lichter aus. In Oberfranken, dem nördlichen Saarland und Teilen Baden-Württembergs saßen die Menschen ebenfalls vorübergehend im Dunkeln.

Die Kölner Feuerwehr registrierte laut Feyrer binnen einer Stunde weit über 1000 Anrufe. Meist habe es sich jedoch um falschen Alarm gehandelt. So seien Brandmelder fälschlicherweise ausgelöst worden oder Hausbewohner hätten die Abgase angesprungener Notstromaggregate für einen Brand gehalten. Nach rund anderthalb Stunden sei der "Spuk" vorbei gewesen.

Kettenreaktion nach Panne in Deutschland

Größere Probleme gab es in den westeuropäischen Nachbarländern. Die ARD-"Tagesschau" berichtete, neben Frankreich seien vor allem Teile Belgiens sowie Italien betroffen gewesen. Als Ursache habe ein Vorstandsmitglied des französischen Zulieferers RTE eine Panne in Deutschland genannt. Diese habe eine Kettenreaktion ausgelöst, die fast zum völligen Zusammenbruch der Stromversorgung in Europa geführt hätte. Die Polizei konnte zu den möglichen Ursachen zunächst keine Angaben machen.

Laut Fernsehsender NTV waren in Frankreich vor allem Paris und der Norden des Landes betroffen. Auch hier hätten Menschen aus Fahrstühlen befreit werden müssen. Etwa ein Dutzend Hochgeschwindigkeitszüge TGV seien auf freier Strecke liegen geblieben. Schwere Zwischenfälle habe es jedoch nicht gegeben. Nach knapp einer Stunde sei die Lage wieder im Griff gewesen.

Allein in Rom waren laut NTV fünf Millionen Menschen für mindestens eine halbe Stunde ohne Strom. Ausfälle bis zu einer Stunde habe es aber auch bis südlich von Neapel gegeben. Zu schweren Zwischenfällen sei es auch hier nicht gekommen. (Von Nina Jerzy, ddp)

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