Studie : Das heimliche Sexleben der Schimpansinnen

Eine aktuelle Studie bestätigt: Schimpansenweibchen sind auf Sex mit vielen Geschlechtspartnern aus. Doch sie geben damit nicht an - während des Geschlechtsaktes sind sie sehr leise, um ihre Rivalinnen nicht auf ihr Treiben aufmerksam zu machen.

Schimpanse Foto: dpa
Schimpansin mit ihrem Nachwuchs. -Foto: dpa

San Francisco/Leipzig Weibliche Schimpansen wollen laut einer wissenschaftlichen Studie zwar so viele Geschlechtspartner wie möglich - sie protzen aber nicht damit, um etwaige Konkurrentinnen fernzuhalten. „Schimpansenweibchen setzen ihre Kopulationsrufe flexibel und strategisch ein, um die Aggressivität anderer Weibchen zu vermeiden“, hieß es in der Studie, die das Forscherteam der Universität St. Andrews und des Leipziger Max-Planck-Instituts am Mittwoch vorstellte. Die Forscher haben für ihre Studie über 16 Monate hinweg das Verhalten der Schimpansen im Budongo-Regenwald Ugandas beobachtet. Sie konzentrierten sich dabei vor allem auf die Paarungsrufe der Weibchen.

Demnach stießen die Weibchen Lockrufe aus, wenn sich Männchen in der Nähe befanden, beim Geschlechtsakt blieben sie jedoch oft sehr ruhig, um Rivalinnen nicht auf sich aufmerksam zu machen.

"Die Konkurrenz zwischen weiblichen Schimpansen kann in der Wildnis gefährlich hoch sein“, sagte Simon Townsend, einer der Autoren der Studie. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Weibchen ihr Lockrufverhalten taktisch einsetzen, um das Risiko dieser Konkurrenz zu minimieren." Die Studie ergab zudem, dass die Kopulationsrufe der Weibchen nicht in Zusammenhang mit ihrer Fruchtbarkeit stehen.

Zum Schutz der Nachkommen

Mit der Strategie, viele Sexpartner in kurzer Zeit zu haben, schützen die Weibchen ihre möglichen Nachkommen, vermuten die Forscher. Denn dann seien sich die Männchen unsicher, von wem das Affenbaby stamme, und seien so weniger bereit, den Nachwuchs - einen möglichen späteren Rivalen - zu töten. Auch andere aggressive Mitglieder in dem Schimpansenverband, vor allem Weibchen, würden damit vom Nachwuchs ferngehalten. (sgo/dpa/AFP)

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