Studie : Deutsche werden immer dicker

Nach einer Untersuchung des Statistischen Bundesamts sind 42 Prozent der deutschen Frauen und 58 Prozent der Männer zu dick. Im Vergleich mit 1999 bedeutet das einen Zuwachs von rund zwei Prozent.

Wiesbaden - Die Deutschen werden immer dicker. Insgesamt 58 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen in Deutschland bringen zu viel auf die Waage, heißt es in einer vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Untersuchung. Damit ist der Anteil der Übergewichtigen bei beiden Geschlechtern im Vergleich zu 1999 um zwei Prozentpunkte gestiegen. Im vergangenen Jahr war im Rahmen des Mikrozensus erstmals ein Prozent der Bevölkerung zu gesundheitsbezogenen Themen befragt worden.

Übergewicht wird nach dem so genannten Body-Mass-Index bestimmt. Dieser Index wird errechnet, indem man das Körpergewicht (in Kilogramm) durch die quadrierte Körpergröße (in Metern) teilt. Geschlecht und Alter bleiben unberücksichtigt. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Erwachsene mit einem Body-Mass- Index über 25 als übergewichtig, mit einem Wert über 30 als stark übergewichtig ein. So gilt beispielsweise ein 1,80 m großer Erwachsener ab 81 Kilogramm als übergewichtig und ab 97 Kilogramm als stark übergewichtig.

Danach haben in Deutschland 14 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen starkes Übergewicht. Unter den 65- bis 70-jährigen Männern fallen 20,7 Prozent in diese Gruppe, bei den Frauen sind es 21 Prozent.

Übergewicht ist bereits bei jungen Erwachsenen weit verbreitet, in allen Altersgruppen liegen Männer dabei vor den Frauen. Bereits bei den 20- bis 24-Jährigen waren 26 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen übergewichtig. Spitzenwerte gab es bei den 65- bis 69- jährigen Männern mit 74 Prozent und bei den 70- bis 74-jährigen Frauen mit 64 Prozent.

Verheiratete und verwitwete Männer sind zu 67 Prozent und 65 Prozent übergewichtig, ledige Männer nur zu 39 Prozent. Verwitwete Frauen (56 Prozent) sind deutlich häufiger von Übergewicht betroffen als Verheiratete (45 Prozent). Bei ledigen Frauen waren nur 23 Prozent übergewichtig, dagegen hatten 8 Prozent Untergewicht. Ledige Männer hatten mit 59 Prozent den größten Anteil an Normalgewichtigen, ebenso ledige Frauen mit 69 Prozent.

Ehemalige Raucher - sowohl Männer als auch Frauen - waren deutlich häufiger übergewichtig als aktive Raucher: Bei den ehemals rauchenden Männern hatten 71 Prozent einen Body-Mass-Index von mehr als 25, der Anteil bei den aktiven Rauchern betrug 51 Prozent. Ex-Raucherinnen waren zu 43 Prozent übergewichtig, Raucherinnen zu 33 Prozent.

Untergewicht - darunter fällt ein Body-Mass-Index von weniger als 18,5 - ist in Deutschland weitaus weniger verbreitet als Übergewicht. Frauen waren 2005 wesentlich häufiger (4 Prozent) untergewichtig als Männer (1 Prozent). Junge Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren waren aber sogar zu 14 Prozent untergewichtig, 20- bis 24-Jährige noch zu 11 Prozent. (tso/dpa)

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