Studie : Familie ist Studenten wichtiger als Karriere

Studieren und Karriere machen - das ist für viele schon lang nicht mehr das Wichtigste. Die Studenten besinnen sich zurück auf andere Werte. Privates Glück bedeutet ihnen mehr als beruflicher Erfolg.

HamburgFamilie und Partnerschaft sind für Studenten wichtiger als die berufliche Karriere. Dies geht aus einer am Dienstag in Hamburg vorgestellten Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) im Auftrag des Magazins "Zeit Campus" hervor. Im Vergleich zu einer Studie aus dem Jahr 2002 hätten sich die Prioritäten deutlich verschoben, sagte die Leiterin der Studie, Janka Willige.

Während damals 57 Prozent der Befragten angaben, eine leitende Funktion anzustreben, seien es heute nur noch 47 Prozent. Gleichzeitig gaben aktuell 72 Prozent an, sich in starkem Maße der Familie widmen zu wollen, fünf Prozentpunkte mehr als 2002. "Auch im Beruf ist vielen die Anerkennung wichtiger als der Aufstieg in der Hierarchie", sagte HIS-Geschäftsführer Martin Leitner. Es gehe darum, einen erfüllenden Job zu haben. Am wenigsten Veränderung habe es bei dem Wunsch gegeben, "das Leben zu genießen", sagte Willige. Strebten vor sechs Jahren 82 Prozent der Studierenden danach, seien es heute 80 Prozent.

Die Berufsaussichten werden von Studenten heute deutlich positiver eingeschätzt als noch vor zwei Jahren, betonte "Campus"-Chefredakteur Manuel Hartung. Damals hätten lediglich 53 Prozent die Berufsaussichten als gut oder sehr gut beurteilt, 2008 seien es mit 71 Prozent deutlich mehr. Besonders die Naturwissenschaftler und die angehenden Ingenieure seien zuversichtlich. Diese Zuversicht sei eine Voraussetzung für die Hinwendung zu Familie und Partnerschaft, sagte Willige. "Wer um seine Existenz kämpfen muss, hat keine Zeit für andere Dinge außer der Arbeit." An der Umfrage "Glück und Zufriedenheit Studierender" beteiligten sich 6000 Studenten aller Altersgruppen und Studienfächer. (sgo/ddp/dpa)

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