Studie : Schichtarbeit birgt Krebsgefahr

30 Studien zum Thema Krebs und Schichtarbeit ergaben für Schichtpersonal ein erhöhtes Krebsrisiko. Ein Untersuchungsschwerpunkt lag auf Flugpersonal und Krankenschwestern.

Stewardessen
Auch Stewardessen haben ein erhöhtes Krebsrisiko. -Foto: dpa

KölnFlugpersonal und bestimmte Schichtarbeiter haben einer Analyse zufolge ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Beim Flugpersonal sei ein um 70 Prozent höheres Brustkrebsrisiko ermittelt worden, für Prostatakrebs stieg das Risiko um 40 Prozent. Das ergab die Auswertung von insgesamt 30 Studien aus aller Welt zum  Thema Schichtarbeit und Krebs mit jeweils größeren untersuchten Gruppen, wie das Institut für Arbeitsmedizin der Universität Köln am Mittwoch mitteilte. Für Schichtpersonal seien ähnliche Zahlen ermittelt worden, wobei der Untersuchungsschwerpunkt hier auf Krankenschwestern lag, sagte Institutsleiter Thomas Erren auf Anfrage. Die Resultate der sogenannten Meta-Analyse seien "verblüffend".

Die Internationale Agentur für Krebsforschung - eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation WHO - habe bereits Ende 2007 bestimmte Formen der Schichtarbeit als krebserregend eingestuft, sagte der Kölner Wissenschaftler. Zugleich habe die Agentur aber eingeschränkt, dass diese Einschätzung noch "suggestiv" sei. Die Auswertung der 30 Studien in Köln habe nun quasi als Querschnitts-Ergebnis klar zutage gefördert, dass das Krebsrisiko bei den untersuchten Flug- und Schichtpersonal in jedem Fall statistisch signifikant erhöht ist.

Licht von großer Bedeutung

Zugleich habe sich gezeigt, dass künftige Untersuchungen zu dem Thema besser miteinander vergleichbar sein müssten, um zu einer verlässlichen Aussage zu kommen. Dazu seien international einheitliche Standards nötig und auch Untersuchungen von Schichtarbeitern aus anderen Berufsgruppen.

Besonders die Lichtverhältnisse spielten nach bisherigen Erkenntnissen eine große Rolle: Das Licht sei wichtigster "Zeitgeber" für den Körper und beeinflusse auch die Produktion des Dunkelheitshormons Melatonin, das bei einem veränderten Spiegel offenbar das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen könne. Bei dem noch jungen Forschungsfeld müsse auch das Thema Nahrungsaufnahme untersucht werden, sagte Erren. Diese sei bei Schichtarbeitern und Flugpersonal, das durch verschiedene Zeitzonen fliege, deutlich verändert. (bvdw/dpa)

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