Studie zu Medienverhalten : Kinder gehen immer früher und häufiger online

Jedes vierte Kind in Deutschland hat ein eigenes Smartphone, viele verbringen jeden Tag Stunden damit. Eine Studie zum Medienverhalten von Kindern zeigt: Computernutzung ist mittlerweile Standard, Bücher werden aber weiterhin gelesen.

Immer früher gehen Kinder online.
Immer früher gehen Kinder online.Foto: DPA

Ein Viertel der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren in Deutschland hat einer Studie zufolge ein eigenes Smartphone. Die Quote sei damit fast doppelt so hoch wie im Jahr davor, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten jährlichen Kids-Verbraucheranalyse eines Comic-Buchverlages, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Würden auch die klassischen Handys dazugerechnet, seien insgesamt 57 Prozent der Kinder hierzulande mobil erreichbar.
Der Umfrage zufolge verfügen zudem 82 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen über Computererfahrung, wobei 35 Prozent einen eigenen Rechner haben. Die meisten nutzen einen Computer oder ein Tablet der Familie. 75 Prozent der Kindern nutzen das Internet.

Bücher sind nicht out

Das Internet soll nach dem Willen der Eltern nur begrenzt genutzt werden. Ganz oben auf ihrer Liste der Verbote: Die Kinder sollen keine persönlichen Daten angeben. Das gilt für 90 Prozent der 6- bis 9-Jährigen und für 79 Prozent der 10- bis 13-Jährigen. Auch welche Internetseiten besucht werden und wie viele Stunden die Kids vor dem Computer sitzen dürfen, wird limitiert. Bei fast der Hälfte der Jüngeren (40 Prozent) muss auch immer ein Elternteil anwesend sein.

Laut Studie liest der Nachwuchs trotz des Zugangs zu digitalen Angeboten nach wie vor gern klassische Kinderbücher und -zeitschriften. 77 Prozent schmökerten mindestens einmal pro Woche in einem Buch, 75 Prozent in einer Zeitschrift. Besonders beliebt seien unter anderem Comics.

Mehr Taschengeld für die Kinder

Am häufigsten sammeln die Kinder nach eigenen Angaben im Netz Informationen für die Hausaufgaben (40 Prozent, + 10). Ebenso viele schreiben Emails (+ 4). 38 Prozent hören Musik, 37 Prozent surfen ohne festes Ziel herum. Immerhin fast jedes dritte Kind (28 %, +8) sucht Infos zu Marken und Produkten.

Das Taschengeld ist 2014 nicht noch einmal angestiegen. Wie 2013 bekommen Kinder in Deutschland im Schnitt 27,50 Euro im Monat. Es wird vor allem für Süßigkeiten, Zeitschriften, Fastfood und Eis ausgegeben.

Im Auftrag des Egmont Ehapa Verlags wurden1660 Eltern und deren Kinder (6 bis 13 Jahre) befragt. Sie stünden repräsentativ für 5,83 Millionen deutschsprachige Kinder. (mit dpa, AFP)