Stürme : Hurrikan "Emily" in Mexiko

"Emily" hat auf seinem zerstörerischen Weg durch die Karibik insgesamt acht Tote hinterlassen. Über Mexiko hat sich der Hurrikan allerdings abgeschwächt.

Mexiko-Stadt (18.07.2005, 17:08 Uhr) - «Emily» fegte mit Geschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde über die Halbinsel Yukatan. An deren Karibikküste war er Stunden zuvor mit 215 Stundenkilometern auf Land getroffen. Unter den Toten, die zum Teil bei Schutzarbeiten vor dem Wirbelsturm starben, war auch ein deutscher Tauchlehrer in Mexiko. Deutsche Urlauber kamen durch den Hurrikan nach Informationen des Reisekonzerns TUI nicht zu Schaden.

In Yukatan hatte der Sturm ersten Berichten zufolge riesige Wellen an die Strände geworfen, Bäume ausgerissen und die Stromversorgung unterbrochen. Berichte über größere Schäden und Tote durch unmittelbare Sturmeinwirkung lagen zunächst jedoch nicht vor. «Wir hoffen, dass es so bleibt», sagte die Leiterin des mexikanischen Zivilschutzes, Carmen Segura am Montag.

Allerdings war bereits am Samstag ein deutscher Tauchlehrer in dem Badeort Playa del Carmen gestorben, als er ein Gebäude gegen den heran nahenden Sturm absicherte. Er stieß mit dem Bohrer auf eine elektrische Leitung und erlitt einen tödlichen Stromschlag.

Damit sind bisher - mittelbar und unmittelbar - durch den seit einer Woche durch die südliche Karibik ziehenden Hurrikan acht Menschen gestorben. In Granada wurde ein Mensch getötet, in Jamaika waren es vier Tote. Außerdem kam die zweiköpfige Besatzung eines mexikanischen Hubschraubers ums Leben, als sie beim Anflug auf eine Ölplattform im Golf von Mexiko mit dem Helikopter ins Meer stürzte.

Auf seinem Weg zum Golf von Mexiko schwächte sich «Emily» nach Angaben der Wetterdienste weiter ab. Der Sturm erreichte das Gebiet der Hauptstadt des Staates Yukatan, Merida, mit 140 Stundenkilometern. Es wird aber für möglich gehalten, dass «Emily» später über dem Golf von Mexiko erneut erstarken könnte. Dort wurden bereits die Ölplattformen der mexikanischen Gesellschaft Petroleos Mexikanos evakuiert.

«Emily» war in der Nacht zum Montag (Ortszeit) mit voller Wucht etwa 130 Kilometer südlich von Cancún auf die Küste von Yukatan gestoßen. Tausende von Menschen, darunter etwa 20.000 Touristen, harrten in Schulen, Sportzentren und anderen Schutzbauten aus. Nach Angaben des deutschen Honorarkonsuls in Cancun, Robert Bittorf, waren 90 Prozent der deutschen Urlauber in der Region geblieben.

Es wurde erwartet, dass der Flughafen vom Cancun noch am Montag den Betrieb wieder aufnehmen würde. Ein TUI-Sprecher sagte am Montag in Hannover: «Von uns sind keine Gäste verletzt worden, und auch von anderen Veranstaltern sind uns keine Personenschäden bekannt.» Die Hotels seien offenbar nicht stärker in Mitleidenschaft gezogen worden. «Die Gäste sind jetzt aus den Schutzräumen gekommen, und wir gehen davon aus, dass wir dort in Kürze wieder normalen Urlaubsverkehr haben.»

In den mexikanischen Staaten Yukatan, Quintana Roo und Campeche - diese drei Staaten befinden sich auf der Halbinsel Yukatan - waren die Vorbereitungen zum Schutz der Bevölkerung bis zum Schluss auf Hochtouren gelaufen. Zehntausende von Menschen wurden aus den gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht. Die Menschen nagelten die Fenster ihrer Häuser und Wohnungen zu und deckten sich mit Lebensmitteln ein. Die Ölplattformen im Golf von Mexiko wurden evakuiert, insgesamt 15.800 Arbeiter an Land transportiert. Etwa 20.000 Soldaten der Armee waren im Katastropheneinsatz.

Tropische Wirbelstürme tragen je nach Region unterschiedliche Namen. Im asiatischen Raum wird ein solcher Sturm Taifun, an den Küsten Mexikos und Mittelamerikas Hurrikan genannt - nach dem indianischen Wort huracan (Gott des Windes). (tso)

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