Welt : Stürmer nur im Werbe-Spot: Michael Preetz ist nicht dabei und doch präsent

Kurz vor der Europameisterschaft denkt kaum jemand noch an die deutschen Spieler, die nicht dabei sein werden. Michael Preetz von Hertha BSC Berlin und Oliver Neuville von Bayer 04 Leverkusen etwa sind sehr sauer, dass Teamchef Erich Ribbeck sie nicht berücksichtigt. Dennoch werden sie während der EM präsent sein: Im Werbe-Spot der Deutschen Telekom haben die beiden Pechvögel den Bundesadler auf der Brust und das offizielle Handy in der Hand. Sollten Bierhoff, Jancker und Co. also in den Niederlanden und Belgien nicht die gewünschten Leistungen bringen, werden die Fernsehzuschauer immer wieder daran erinnert, wer sie ersetzen könnte.

Und das, obwohl die Telekom wegen des Trainerwechsels von Uli Stielike zu Horst Hrubesch den Spot extra überarbeiten ließ. Die Münchner Werbeagentur Dornier, Wetzel, von Büren hat jedoch nur die Szenen, in denen Stielike auftrat, mit Hrubesch nachgedreht. Es sei ärgerlich, dass Preetz und Neuville im Spot zu sehen seien, doch wegen der Zeitnot habe man keine andere Möglichkeit gehabt, sagte eine Sprecherin der Agentur. Hrubesch habe nur an einem Tag Zeit gehabt, und deshalb habe man nicht bis zur Nominierung am 22. Mai warten können, sagte Telekom-Sprecher Stefan Broszio. Dass Preetz und Neuville im Handy-Spot fehl am Platz sein könnten, kann Broszio nicht finden. "Sie gehören zum Kreis der Nationalmannschaft, das reicht."

Preetz ließ über den Hertha-Sprecher Hans-Georg Felder ausrichten, es sei ihm "schnurzpiepegal", dass er bei der EM nur als Werbefigur auftrete. Er habe bei der Ausmusterung "die Faust in der Tasche geballt", doch das heiße nicht, dass er die finanziellen Vorteile nicht gerne mitnehme. Die Höhe des Entgelts schätzt Felder auf einen sechsstelligen Betrag.

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