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Stürmische Weihnachten in Westeuropa : Mindestens fünf Tote durch Orkantief „Dirk“

Umgeknickte Bäume, gekappte Stromleitungen, ein entgleister Zug, mindestens fünf Tote und etliche Verletzte: Orkantief „Dirk“ hat den Westeuropäern einen stürmischen Weihnachtsbeginn beschert.

Hoch schlagen die Wellen an Heiligabend in Portrush, Nordirland. Mindestens fünf Menschen kamen bereits durch das Orkantief "Dirk" ums Leben. Foto: AFP
Hoch schlagen die Wellen an Heiligabend in Portrush, Nordirland. Mindestens fünf Menschen kamen bereits durch das Orkantief "Dirk"...Foto: AFP

Durch die über Westeuropa wütenden Stürme sind in Großbritannien und Frankreich mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Drei Menschen ertranken nach Polizeiangaben am Montag und Dienstag in reißenden Flüssen, zwei weitere starben bei Autounfällen. Das Sturmtief „Dirk“ löste auf beiden Seiten des Ärmelkanals an Heiligabend Stromausfälle in zehntausenden Haushalten aus und führte zu Behinderungen im weihnachtlichen Reiseverkehr.

In Devon im Südwesten Englands ertrank ein Mann in einem Fluss, als er seinen Hund retten wollte, wie die Polizei mitteilte. Ein Mann und eine Frau waren bereits am Montag von Hochwasser führenden Flüssen mitgerissen worden. Zwei Menschen starben bei durch das Unwetter verursachten Autounfällen.

Zudem wurde ein russischer Seemann vermisst, der nach Angaben der französischen Schifffahrtsbehörden vor der Nordwestküste Frankreichs bei Windgeschwindigkeiten von knapp 120 Stundenkilometern von einem beschädigten Containerschiff stürzte. Die Suche nach ihm sei am Montagabend eingestellt worden. Aus dem nordfranzösischen Département Calvados wurde der Tod eines zwölfjährigen Kindes durch den Einsturz einer Mauer gemeldet. Es sei aber unklar, ob das Unglück mit dem Unwetter zusammenhänge, teilten die Behörden mit.

In Großbritannien überschwemmte „Dirk“ zahlreiche Straßen und Brücken

Von einer Fähre der Firma Brittany Ferries musste ein Passagier mit einem Rettungshubschrauber abgeholt werden, weil er nach einem Sturz infolge des Sturms über starke Rückenschmerzen klagte. Der Schweizer Segler Bernhard Stamm wurde vor der englischen Küste von einem norwegischen Frachter von seiner durch den Sturm beschädigten Yacht „Cheminées Poujoulat“ gerettet.

In Großbritannien waren wegen „Dirk“ zahlreiche Straßen und Brücken überschwemmt. Der Fährhafen im südenglischen Dover wurde geschlossen. Auf dem Londoner Flughafen Gatwick gab es wegen eines teilweisen Stromausfalls Verspätungen. Am Flughafen Heathrow wurden 16 Flüge gestrichen.

Die Flüge von und nach Lille im Norden Frankreichs wurden gestrichen, auch im bretonischen Brest war der Flugverkehr beeinträchtigt. Mehrere Zugverbindungen in der Bretagne wurden wegen Überschwemmungen unterbrochen. Mehrere Reedereien stellten die Fährverbindungen über den Ärmelkanal ein, auch zwischen Nordirland und Schottland gab es Ausfälle. Wegen der Stürme wurden auch die meisten Pisten in den Skigebieten der französischen Départements Haute-Pyrénées und Pyrénées-Atlantiques vorsichtshalber geschlossen. Auch im Norden der Niederlande wurden Fährverbindungen gestrichen.

Einige Gebäude wurden durch den Sturm beschädigt, darunter das Philips-Stadion in Eindhoven. In Portugal wurde mit Wellen mit bis zu 7,5 Metern Höhe gerechnet. In der nordwestspanischen Region Galicien entgleiste am Montagabend wegen eines umgestürzten Baumes ein kleiner Zug, keiner der zehn Insassen wurde jedoch verletzt. Am Dienstagmorgen wurden am Flughafen von Bilbao sechs Flüge gestrichen.
In Frankreich waren am frühen Dienstagabend noch 145.000 Haushalte ohne Strom, vor allem in der Bretagne. Am Morgen waren nach Angaben des Versorgers ERDF noch 240.000 Haushalte betroffen gewesen. In Großbritannien wurde der Strom laut dem Versorgernetzwerk in 420.000 Haushalten wieder hergestellt, aber 130.000 mussten Heiligabend ohne Stromversorgung auskommen. In England beruhigte sich die Lage am Dienstag gegen Abend ab, in Nordirland und Schottland herrschte aber noch schwerer Sturm.


Deutschland

In Deutschland bescherte die Wetterlage Sturm und Regen bei milden Temperaturen um etwa zehn Grad Celsius. Dagegen gab es in Teilen von Thailand eine Kältewelle. Aus dem bergigen Nationalpark Phu Hin Rong Kla an der Grenze zu Laos wurde sogar Frost gemeldet. In der Provinz Nakhon Ratchasima im Osten wurden 14 Grad gemessen. Dort richteten die Behörden Zufluchtsorte zum Aufwärmen ein, berichtete die Zeitung „Nation“. Das Gesundheitsministerium warnte vor Lungenentzündungen.

In der Hauptstadt Bangkok waren Einheimische bei 20 Grad am Morgen teils mit Winterjacken unterwegs. Sie sind die meiste Zeit des Jahres Temperaturen von mehr als 30 Grad gewohnt. Touristen, die im Weihnachtsurlaub Sonne tanken wollten, traf die Kälte kaum: Auf den Inseln im Süden Thailands war es über 25 Grad warm. (AFP, dpa)

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