Welt : Sturm lässt Sporthallendach in Spanien einstürzen

Stärkster Orkan seit 15 Jahren tötet neun Menschen / Über 20 Meter hohe Wellen vor Galiciens Küste

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Wenig Halt. Auch in Südfrankreich wütete das Wetter – hier in Arcachon. Foto: AFP

Madrid - Ein Orkan mit Windgeschwindigkeiten von fast 200 Stundenkilometern hat in Spanien neun Menschen das Leben gekostet und erhebliche Schäden angerichtet. Die schlimmsten Folgen hatte der schwere Sturm in Sant Boi de Llobregat bei Barcelona, wo am Samstag vier Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren beim Einsturz eines Sporthallendaches getötet wurden. 15 weitere Menschen, 13 Kinder und zwei Betreuer, wurden verletzt, wie Bürgermeister Jaume Bosch mitteilte.

Die Opfer gehören zwei Baseball-Mannschaften an, die auf dem Platz vor der Halle eine Partie geplant hatten. Wegen des Orkans sagten sie das Spiel jedoch ab und suchten in der Sporthalle Schutz. In diesem Augenblick sei das Dach zusammengebrochen. Auch die Wände seien teilweise eingestürzt. Die Eltern der Opfer mussten psychologisch betreut werden. Das Gebäude sei 25 Jahre alt und habe sich in gutem Zustand befunden, betonte der Bürgermeister.

Der Orkan kostete im Norden Spaniens sowie an der Mittelmeerküste fünf weiteren Menschen das Leben, wie der Zivilschutz mitteilte. Vier von ihnen starben durch umstürzende Bäume oder Mauern. Vor der Küste Galiciens ertrank ein Fischer. In dieser Region im Nordwesten des Landes erreichten die Böen Spitzengeschwindigkeiten von 194 Stundenkilometern. Vor der Küste wurden bis zu 21,5 Meter hohe Wellen gesichtet. Rundfunkberichten zufolge war es der schwerste Sturm der vergangenen 15 Jahre. Er wütete auch im Nachbarland Portugal, wo Bäume entwurzelt wurden und mehrere Straßen blockiert waren.

In Nordspanien waren rund 700 000 Menschen stundenlang ohne Strom, weil der Orkan Hochspannungsleitungen beschädigte. Zahlreiche Straßen waren auch dort wegen entwurzelter Bäume gesperrt. Bei der Bahn und im Luftverkehr kam es zu Verspätungen. Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln waren wegen des Unwetters von der Außenwelt abgeschnitten. dpa

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