Sturzregen : Unwetter in ganz Deutschland

Mit heftigen Unwettern ist in zahlreichen Regionen Deutschlands das erste Wochenende des kalendarischen Sommers zu Ende gegangen. Bis zu 40 Liter Regen pro Stunde sind Sonntagnacht vom Himmel gekommen - so viel wie sonst in zwei Wochen.

Unwetter NRW
Wolkenbruch. Schienen und Straßen waren zeitweise blockiert, zahlreiche Keller liefen voll. -Foto: dpa

Düsseldorf/HamburgInsbesondere Nordrhein-Westfalen ist am Sonntagabend von starken Regenfällen und Hagel heimgesucht worden. Teilweise gingen erbsengroße Hagelkörner nieder. Keller wurden überflutet, Blitze schlugen in Bäume und Häuser ein. Durch starken Regen und heftigen Wind wurden Straßen überspült und Stromleitungen abgerissen. Polizei und Feuerwehr rückten zu mehreren hundert Einsätzen aus. Menschen seien nach ersten Erkenntnissen aber nicht verletzt worden, teilten die Polizeidienststellen in der Nacht zum Montag auf Anfrage mit. Im Kreis Soest gingen Dächer, Fensterscheiben und Jalousien durch das Unwetter zu Bruch. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren teils bis zu 40 Liter Regen pro Stunde gefallen. Das war rund die Hälfte der Menge, die sonst innerhalb eines Monats gemessen wird, wie ein Meteorologe sagte.

Gewitter wurden auch aus Rheinland-Pfalz gemeldet. In Hamburg wurde am Nachmittag wegen Gewitters vorübergehend das Heiligengeistfeld gesperrt. Auf dem Gelände, auf dem während der Fußball-Europameisterschaft das Public Viewing stattfindet, hatten sich Tausende von Motorradfahrern zu den "Harley-Days" getroffen.

Mit kräftigen Böen einhergehende Gewitter haben in der Nacht zu Montag auch in Brandenburg gewütet. Insgesamt mussten die Feuerwehren in der Region 34 Mal zu Hilfseinsätzen ausrücken, wie ein Sprecher der Leitstelle Lausitz sagte. In den meisten Fällen waren Bäume umgestürzt. In Cottbus beschädigte der Wind eine Stromleitung. Menschen wurden offenbar nicht verletzt.

Im Süden bleibt es gewittrig

In den übrigen Bundesländern blieb die Nacht trotz zahlreicher Unwetterwarnungen ruhig. Am Nachmittag warnte die Unwetterzentrale des Wetterdienstes meteomedia noch vor Gewittern mit Hagel oder Starkregen und Sturm in Teilen von Niedersachsen, Thüringen, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Schleswig- Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. "Außer großen Pfützen gab es bei uns nichts", sagte ein Polizist in Schwerin am frühen Montagmorgen.

Zum Wochenbeginn soll es im Norden zunächst kühler bleiben. Jedoch kann die kühlere Luft nicht sehr weit in Richtung Süden vordringen. Meteomedia-Meteorologin Fabienne Muriset tröstet: "Der Sommer ist keineswegs vorbei, ehe er richtig angefangen hat." (peg/ddp/dpa)

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