Welt : Suche nach einem Phantom

Nach dem Tod einer Polizistin vor einem Jahr in Heilbronn gibt es neue Hinweise auf eine Serientäterin

Heilbronn/Frankenthal - Selbst erfahrene Polizisten können sich an keinen ähnlich mysteriösen Kriminalfall erinnern: Am helllichten Tag werden im April 2007 zwei Polizisten in Heilbronn mit Kopfschüssen niedergestreckt, eine 22-jährige Beamtin stirbt. Eine DNA-Spur am Dienstfahrzeug offenbart schnell Querverbindungen zu zwei Dutzend Verbrechen europaweit. Die Identität der Frau, deren Erbmaterial sichergestellt wurde, ist aber bis heute nicht geklärt. Sie gilt als „Frau ohne Gesicht“. Jetzt hat auch noch der Mord an drei Georgiern in Hessen denselben genetischen Fingerabdruck des „Phantoms“ zutage gebracht.

Ausgerechnet im Auto eines V-Mannes des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA), der wegen des Dreifachmordes in Untersuchungshaft sitzt, fanden sich winzige Spuren der unbekannten Frau. Fest steht für die Ermittler nur: Die gesuchte Frau ist äußerst brutal und gefährlich.

Nach dem Mord an den drei Georgiern war neben dem V-Mann auch ein Islamist aus Somalia verhaftet worden. Beide wurden inzwischen gezielt nach der Frau befragt – zunächst aber ohne Ergebnis, wie die Frankenthaler Oberstaatsanwältin Gisa Thermann am Freitag sagte. „Wir wollen wissen, wie und wann diese neue DNA-Spur in das Auto des V- Mannes gelangte“, sagte ein Heilbronner Polizeisprecher und hofft noch auf Angaben der Männer.

Die Georgier, die zu Autogeschäften nach Deutschland gekommen waren, verschwanden Ende Januar in Ludwigshafen. Einen Monat später fanden Taucher ihre Leichen im Altrhein bei Mannheim. Die Inhaftierten beschuldigen sich seitdem gegenseitig der Bluttat, viele Fragen sind bislang ungeklärt. Sicher ist für die Ermittler: Der V-Mann hatte die Georgier in seinem Auto zum späteren Tatort in der Nähe des südhessischen Heppenheim mitgenommen. dpa

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