• Suche nach Vermissten in Tiflis fortgesetzt: Georgien trauert um Unwetter-Opfer in Tiflis - Zoo zerstört
Update

Suche nach Vermissten in Tiflis fortgesetzt : Georgien trauert um Unwetter-Opfer in Tiflis - Zoo zerstört

Nach dem schweren Unwetter in Tiflis werden weiterhin viele Menschen vermisst. Auch die entflohenen Tiere stellen eine Gefahr dar. Der Schaden wird derweil auf 20 Millionen Euro geschätzt.

Nach dem schweren Unwetter und den Überflutungen in Georgien wurde das entflohene Flusspferd in Tiflis betäubt und durch "sanfte Gewalt" zurück in ein Gehege gebracht. Foto: dpa
Nach dem schweren Unwetter und den Überflutungen in Georgien wurde das entflohene Flusspferd in Tiflis betäubt und durch "sanfte...Foto: dpa

Georgien trauert um Unwetter-Opfer in Tiflis - Zoo zerstört (Foto - aktuell vom 14.6.)

Die Flaggen wehen auf halbmast, die Glocken läuten zu Ehren der Toten. Nachdem ein heftiges Unwetter die georgische Hauptstadt Tiflis schwer verwüstete, beginnt der Wiederaufbau. Der zerstörte Zoo steht vor einer unsicheren Zukunft. Tiflis (dpa) - Soldaten und Freiwillige haben in Georgien weiter nach Überlebenden des verheerenden Unwetters mit rund einem Dutzend Toten in der Hauptstadt Tiflis gesucht. Mit Besen und Schaufeln schoben sie am Montag Schlamm und Schutt beiseite. Die heftigsten Regengüsse seit Jahrzehnten hatten Erdrutsche und Überschwemmungen ausgelöst.

Im ganzen Land läuteten zur Mittagsstunde die Glocken aus Trauer über die mindestens 13 Toten. Etwa zehn Menschen galten noch als vermisst. Hunderte Helfer beteiligten sich an den Aufräumarbeiten. Auf dem Gelände des besonders stark zerstörten Zoos von Tiflis bargen Helfer ein lebendes Krokodil und ein Wildschwein. Löwen, Wölfe, Tiger und viele andere Tiere kamen in den Fluten ums Leben. Unklar war weiter, wie viele aus ihren Gehegen ausgerissen waren. Rund um die Uhr suchten Sicherheitskräfte nach streunenden Zoobewohnern. Spezialeinheiten hatten am Sonntag mehrere umherirrende Raubtiere in der Millionenstadt aus Sicherheitsgründen erschossen. Bewohner veröffentlichten in sozialen Netzwerken im Internet Bilder von Kadavern, darunter auch von dem einer Riesenschlange. Die Staatsflaggen wehten am Tag nach der Katastrophe auf halbmast.

Zwei Autos in den Schutt- und Schlammmassen in Georgien. Foto: dpa
Zwei Autos in den Schutt- und Schlammmassen in Georgien.Foto: dpa

Angesichts der vielen Toten rief die Regierung einen Tag der Trauer aus. Der Montag wurde zum arbeitsfreien Tag erklärt, damit sich mehr Menschen an den Räumarbeiten beteiligen konnten. Mehrere als vermisst geltende Menschen überlebten und meldeten sich nach Angaben des Innenministeriums bei ihren Verwandten. Der georgisch-orthodoxe Patriarch Ilia II. zelebrierte zu Ehren der Toten einen Trauergottesdienst. Regierungschef Irakli Garibaschwili sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. 60 Familien seien in Notunterkünften untergebracht worden, sagte er. „In der Geschichte von Tiflis gab es noch nie eine so schwere Überschwemmung wie in der Nacht zum 14. Juni“, betonte er.

Nach vorläufigen Schätzungen der Regierung liegt der Schaden bei umgerechnet etwa 15,8 Millionen bis 19,5 Millionen Euro. Garibaschwili dankte der internationalen Gemeinschaft für zahlreiche Angebote humanitärer und finanzieller Hilfe. Dem weitgehend zerstörten Zoo von Tiflis boten mehrere Tierparks aus anderen Ländern ihre Expertise beim Wiederaufbau an. Auch aus Deutschland sei Unterstützung möglich, teilte der Tiergarten Nürnberg mit. „Die europäischen Zoos sind so eng verbunden, da braucht es keine Katastrophe, dass man sich hilft“, sagte Nürnbergs Vize-Zoodirektor Helmut Mägdefrau.

Würde konkrete Hilfe angefragt, könnte sofort geholfen werden, versicherte auch der Kölner Zoodirektor Theo Pagel, Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten in Deutschland. Der Frankfurter Zoo bot über den europäischen Zoo-Verband seine Dienste an. Bereits im Juli 1960 hatte eine schwere Überschwemmung Teile des Zoos in Tiflis verwüstet. Dabei waren viele Tiere - darunter Löwen, Tiger und Panther - umgekommen. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar