Südafrika : Triebwerk abgefallen

Eine Passagiermaschine musste in Kapstadt notlanden, nachdem sie das rechte Triebwerk verloren hatte. Besatzung und Passagiere kamen mit dem Schrecken davon.

Berlin - Beim Start im südafrikanischen Kapstadt hat am Mittwoch eine Boeing 737-200 der Billigfluglinie Nationwide das rechte Triebwerk verloren. Den Piloten der mit 106 Personen besetzten Maschine auf dem Weg nach Johannesburg gelang nach dem Ablassen von Treibstoff eine Notlandung. Wie es zu dem Unfall mit der rund 25 Jahre alten Maschine kommen konnte, ist noch unklar. Derartige Zwischenfälle sind extrem selten und meist auf Materialermüdung oder unzulängliche Wartung zurückzuführen.

Indessen haben in Europa die Ermittlungen die Zweifel an der Flugsicherheit des kanadischen Regionalverkehrsflugzeugs Bombardier Q 400 entkräftet. Wie berichtet, hatte am 27. Oktober in Kopenhagen das rechte Hauptfahrwerk einer landenden Maschine der SAS versagt. Anfang September hatte es bereits zwei gleichartige Notlandungen von Maschinen der skandinavischen Fluggesellschaft gegeben. Damals war Korrosion im Fahrwerksmechanismus festgestellt worden. Weltweit waren 85 mehr als vier Jahre alte Maschinen des Typs vorübergehend aus dem Verkehr gezogen worden. Nach Überprüfung und dem teilweisen Austausch der entsprechenden Bauteile kehrten sie Anfang Oktober in den Einsatz zurück.

Ursache für den jüngsten Vorfall war nach Angaben der dänischen Behörden dagegen ein gelöster Dichtungsring, der ein Hydraulikventil blockierte. Er war unbemerkt in eine Leitung geraten. Durch eine natürliche Sperre im System hätte er im Normalfall nicht in das kritische Ventil gelangen können. Die Ermittler vermuten, dass sich der Ring in einem Anschlussstück befand, das SAS-Mechaniker beim Auswechseln eines anderen Bauteils vermutlich seitenverkehrt anbrachten. So hätte er den Engpass überwinden können, heißt es in einem Vorabbericht.

Nach einem Treffen mit Vertretern der skandinavischen und kanadischen Luftfahrtbehörden, Bombardier und dem Fahrwerkshersteller Goodrich hat auch die europäische Flugsicherheitsagentur EASA die Flugtauglichkeit der Q 400 bekräftigt. Außer der SAS hatte keiner der weltweiten Betreiber der bisher 165 ausgelieferten Maschinen Bedenken an deren Zuverlässigkeit geäußert.

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