Welt : Südafrika will Elefanten schießen Die Dickhäuter vermehren sich zu stark

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Johannesburg Nur wenige Tage nach Abschluss der CITES- Artenschutzkonferenz in Bangkok steht in Südafrika das Schicksal tausender Elefanten auf dem Spiel. Aus dem gesamten südlichen Afrika werden in der nächsten Woche Wissenschaftler, Tierschützer und Naturpark-Manager im Krüger-Nationalpark zusammenkommen, um nach Lösungen für die stark anwachsenden Elefanten-Bestände der Region zu suchen.

Die Dickhäuter vermehren sich zu schnell, und deshalb droht hunderten, wenn nicht tausenden der grauen Riesen nun der „Culling“ genannte massenweise Abschuss.

Gerüchte, die „Große Elefanten-Indaba“ im Krüger-Nationalpark sei nur ein Vorwand zur Legitimierung der 1994 nach weltweiten Protesten eingestellten Tötungsaktionen, wies der Leiter von Südafrikas Nationalparkbehörde nur halbherzig zurück. „Das ist nicht völlig wahr, da Culling nur eine der erwogenen Optionen ist“, sagte David Mabunda. Eine afrikanische Lösung für ein afrikanisches Problem müsse gefunden werden - unbeeinflusst von „europäischer Gefühlsduselei“. Umsiedlungsaktionen oder neuartige Verhütungsmethoden werden von der Behörde als zu aufwendig, zu teuer und zu kompliziert verworfen.

Nach jüngsten Zählungen drängen sich im Krüger-Nationalpark bis zu 12 000 Dickhäuter – gerade mal 7000 kann das Tierparadies verkraften, ohne dass das ökologische Gleichgewicht in Gefahr gerät. Insgesamt kommt der Kap-Staat auf 17.000 Rüsseltiere. Der Regierung in Pretoria soll bis April 2005 ein so genannter Management-Plan zur Genehmigung vorgelegt werden, der als eine Option die Wiedereinführung des Culling vorsieht. Südafrika möchte internationales Aufsehen nach Möglichkeit vermeiden. Bilder der rund 300 bis 400 gemetzelten Elefanten pro Jahr hatten weltweit eine erbitterte emotionale Debatte ausgelöst. dpa

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