Supercomputer : Weltschnellster Zivilrechner hochgefahren

Keiner ist so fix wie "Jugene": In Jülich wurde der schnellste zivile Computer der Welt eingeschaltet. Er rechnet bis zu 20.000 Mal schneller als ein handelsüblicher PC. Dafür passt er nicht auf einen Schreibtisch, sondern fordert weitaus mehr Platz.

Superrechner Jugene
Supercomputer Jugene. -Foto: Forschungszentrum Jülich

JülichIm Forschungszentrum Jülich ist am Freitag der schnellste rein zivile Computer der Welt freigeschaltet worden. Der Rechner mit dem Namen "Jugene" leistet rund 167 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. In der aktuellen Weltrangliste, der Top 500, belegt er den zweiten Platz. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) durfte "Jugene" einschalten. Mit dem Supercomputer werden vor allem Simulationen durchgeführt. 

"Wissenschaft und Wirtschaft brauchen Rechenleistung auf höchstem Niveau - die einen, um Spitzenforschung zu erbringen, und die anderen, um Innovationen zu schaffen", sagte Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums. Den Angaben zufolge erweist sich der Supercomputer als flexibles und leistungsstarkes Werkzeug, wenn es darum geht, komplexe Probleme zu lösen. Forscher aller Fachrichtungen nutzen ihn, um beispielsweise zu klären, wie sich Galaxien formen, wie Halbleiter funktionieren oder wie sich Tragflächen von Flugzeugen verhalten.

16 telefonzellengroßen Schränke

An der Anschaffung des Superrechners waren neben dem Forschungszentrum das Bundesforschungsministerium und das Land NRW beteiligt. Darüber hinaus: die Helmholtz-Gemeinschaft, deren Mitglied das Forschungszentrum ist. In Jülich rechnen mehr als 65.000 Prozessoren, die über ein Kommunikationsnetz verbunden sind. Sie sind in 16 etwa telefonzellengroßen Schränken untergebracht. Telefonzellen sind kleine öffentliche Häuschen, über die in Vor-Handyzeiten kommuniziert werden konnte.

"Jugene" steht in der großen Rechnerhalle des Forschungszentrums, in der auch die anderen Hochleistungscomputer "Jump" und "Jubl" ihren Platz haben. Die drei Rechner ergänzen sich derart, dass für jede wissenschaftliche Simulationsaufgabe das passende Werkzeug zur Verfügung steht. Auf den Jülicher Supercomputern rechnen rund 200 europäische Forschergruppen. (ck/ddp)

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