Welt : Symbolfigur für Polizeigewalt Umstände des Todes von

Rodney King noch unklar.

Hanna Gieffers
Foto: dapd
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Im Jahr 1992 tobte in den Straßen von Los Angeles drei Tage lang ein erbitterter Rassenkampf. 55 Menschen starben, mehr als 2000 wurden verletzt, dutzende Häuser wurden zerstört. Auslöser der blutigen Unruhen war das Verfahren gegen Polizisten, die den Afroamerikaner Rodney King misshandelt hatten. Beamte hatten ihn wegen zu schnellen Fahrens angehalten und grundlos auf ihn eingeprügelt. Im Prozess wurden sie zunächst freigesprochen. Rodney King wurde in der Folge zur Symbolfigur für rassistisch motivierte Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA.

Am Sonntag ist der 47-Jährige von seiner Verlobten tot auf dem Grund seines Schwimmbeckens aufgefunden worden. Obwohl nichts auf ein Verbrechen hindeutet, soll eine Autopsie die genauen Todesumstände klären. Freunde Kings bezweifelten gegenüber der Polizei die Version der Verlobten, wie sie der amerikanischen Boulevardseite tmz.com mitteilten.

Die Vorgänge vor mehr als 20 Jahren hatten Bestürzung in den USA ausgelöst. Vier Polizeibeamte hatten damals den Schwarzen mit mehr als 50 Schlägen niedergeknüppelt und ihn getreten. Sie hatten Schüsse aus einer Schreckschusspistole auf ihn abgegeben, nachdem sie ihn wegen Geschwindigkeitsüberschreitung gestoppt hatten. Ein Passant hatte das Geschehen gefilmt und das Video an einen Fernsehsender weitergereicht. Eine Verurteilung der Beamten schien sicher, doch dann wurde das Verfahren in den mehrheitlich von Weißen bewohnten Vorort Simi Valley verlegt. Im April 1992 sprach eine Jury, der kein Schwarzer angehörte, drei Polizisten frei. Das Verfahren gegen den vierten platzte. Daraufhin kam es eine Woche lang zu den Rassenunruhen. Auf dem Höhepunkt der Gewalt bat King auf einer Pressekonferenz: „Können wir nicht alle miteinander auskommen?“ Im Sommer desselben Jahres wurden die vier Polizisten erneut angeklagt. Zwei von ihnen wurden in dem Prozess zu zwei Jahren Haft verurteilt, King erhielt 3,8 Millionen Dollar (3 Millionen Euro) Entschädigung.

In den zwei Jahrzehnten ist Kings Name zum Synonym für die Unruhen geworden. Seither wurde er selbst mehrfach festgenommen, meist im Zusammenhang mit Alkohol. Später wurde er Manager bei der Plattenfirma Straight Alta-Pazz und trat bei verschiedenen Reality-Shows wie „Celebrity Rehab“ auf. Ende April sagte er der „Los Angeles Times“ in einem Interview, es sei schwer, die Erwartungen anderer Leute zu erfüllen: „Leute schauen mich an, als ob ich wie Malcom X oder Martin Luther King oder Rosa Parks hätte sein sollen.“ Sein Leben als Symbolfigur der Rassenunruhen von 1992 hat King in seiner Biografie „The riot within“ („Die Unruhe in mir“) niedergeschrieben. Das Buch ist zum 20. Jahrestag der Unruhen im April dieses Jahres auf Englisch erschienen. Hanna Gieffers

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