Szenen einer Ehe : Ein Scheidungsgerücht beschäftigt ein Land

Seit Wochen tauchen Nicolas und Cécilia Sarkozy nicht mehr gemeinsam in der Öffentlichkeit auf, zu Trennungsgerüchten heißt es lediglich "kein Kommentar". Treuebekenntnisse sehen anders aus. Ein ganzes Land schaut auf sein Präsidentenehepaar.

Sarkozy
Verhältnis gestört. Das französische Präsidenten-Ehepaar Nicolas und Cécilia Sarkozy. -Foto: dpa

  Trotz anhaltender Gerüchte hat sich der französische Präsidentenpalast nicht zur angeblichen Scheidung von Staatschef Nicolas Sarkozy geäußert: Der Elysée gebe "keinen Kommentar" zu entsprechenden Medienberichten ab, wiederholte Präsidentensprecher David Martinon in Paris. Zu einem Staatsbesuch nach Marokko in der kommenden Woche werde Cécilia Sarkozy ihren Mann seines Wissens aber nicht begleiten. Verschiedene Zeitungen hatten in den vergangenen Tagen berichtet, das Präsidentenpaar werde sich demnnächst scheiden lassen. Offen sei nur noch, wann und wie dies bekannt gegeben werde.

Die Gerüchteküche brodelt schon seit einigen Wochen. Einige französische Medien berichten, die Titelseiten der verschiedenen Blätter seien bereits gestaltet, andere, der Präsident habe schon davon gesprochen, bald wieder solo zu sein. Ein echtes Dementi der Scheidungsgerüchte gibt es nicht.

Seit mehr als einer Woche lautet Martinons Antwort auf Fragen zu den Scheidungsgerüchten immer "kein Kommentar". Die Bekanntgabe der Scheidung stehe offenbar unmittelbar bevor, sagte Christophe Barbier vom französischen Magazin "L'Express" dem Online-Nachrichtendienst Lepost. Es sei "ein offenes Geheimnis", dass sich der 52-jährige Präsident und seine drei Jahre jüngere Frau trennen würden. Nun gehe es nur noch darum, wann und wie der Elysée dies mitteilen werde.

Scheidung am Mittwoch?

Die französische Wirtschaftszeitung "La Tribune" berichtete seit dem Wochenende in ihrer Internetausgabe, ein Gericht werde am Mittwoch die Scheidung des Präsidentenpaares aussprechen. Das Blatt bezog sich dabei auf eine "im Allgemeinen gut informierte Quelle".

Für beide Ehepartner wäre es die zweite Scheidung: Nicolas und Cécilia Sarkozy hatten 1996 geheiratet, nachdem sie zuvor acht Jahre lang zusammengelebt hatten. Der konservative Politiker lernte seine spätere Frau bei ihrer ersten Hochzeit kennen, als er Bürgermeister in Neuilly war und sie mit einem bekannten französischen Fernsehmoderator traute. Neben jeweils zwei Kindern aus erster Ehe haben die Sarkozys einen gemeinsamen Sohn, der heute zehn Jahre alt ist.

Vor gut zwei Jahren hatte Cécilia Sarkozy ihren Mann vorübergehend verlassen und war mit einem Werbemanager in die Vereinigten Staaten durchgebrannt. Sarkozy, seinerzeit Innenminister, kämpfte monatelang um seine Frau, bis sie Anfang vergangenen Jahres zu ihm zurückkehrte. In den vergangenen Monaten zeigte sich Cécilia Sarkozy wenig an seiner Seite, so dass ständig neue Gerüchte über eine Ehekrise kursierten. (mit AFP/dpa)        

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