Täter Sanel M. vor Gericht : Prozess um Tugce Albayrak startet in vier Wochen

Tugce wurde zu Boden geschlagen, sie fiel ins Koma und starb. Das Schicksal der Studentin verursachte über Deutschland hinaus Aufsehen. Denn Tugce soll zwei Mädchen geholfen haben, die belästigt worden sein sollen. Der mutmaßliche Täter steht bald vor Gericht.

Die Studentin Tugce Albayrak auf Bildern bei einer Trauerfeier vor dem Klinikum in Offenbach am Main im November 2014.
Die Studentin Tugce Albayrak auf Bildern bei einer Trauerfeier vor dem Klinikum in Offenbach am Main im November 2014.Foto: dpa

Der Prozess wegen der tödlichen Prügelattacke auf die Offenbacher Studentin Tugce Albayrak soll in einem Monat in Darmstadt beginnen. Der erste Verhandlungstag gegen den mutmaßlichen Täter sei für den 24. April geplant, teilte das Landgericht am Dienstag mit. Der 18 Jahre alte Sanel M. ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Sanel M. soll die Lehramtsstudentin Mitte November auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Offenbach „mit der flachen rechten Hand heftig gegen den Kopf geschlagen haben“, heißt es in der Mitteilung des Landgerichts. Sie fiel „ohne jegliche Abwehrreaktion seitlich rückwärts auf den Asphalt und schlug mit dem Kopf auf“.

Die junge Frau erlitt schwerste Verletzungen und fiel ins Koma. Knapp zwei Wochen später, an ihrem 23. Geburtstag, wurden die lebenserhaltenden Maschinen für Tugce abgeschaltet. Laut Staatsanwaltschaft soll Sanel M. bewusst gewesen sein, dass ein Schlag wie dieser tödlich sein könnte.

Das Schicksal der jungen Frau hatte großes Aufsehen und internationale Anteilnahme verursacht. Tugce wird von vielen als Heldin verehrt. Sie soll vor der tödlichen Auseinandersetzung zwei Mädchen in dem Restaurant geholfen haben: Die beiden sollen von dem Angeklagten und seinen Begleitern auf der Damentoilette belästigt worden sein.

Für den Prozess sind zehn Verhandlungstage geplant. Da Sanel M. als Heranwachsender vor Gericht steht, könnte er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden. Das Landgericht erwartet ein großes Interesse an dem Verfahren. Es gibt besondere Regelungen. Der Sitzungssaal hat 52 Plätze, 25 davon sind für Medien reserviert. (dpa)

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