Tag der Entscheidung : Amanda Knox aus Angst vor Schuldspruch nicht in Italien

Erst verurteilt, dann freigesprochen: Am Abend wird das Urteil im Fall Amanda Knox verkündet. Der Anwalt beharrte am Mittag weiter auf der Unschuld seiner Mandantin.

"Vor dem Gesetz sind alle gleich": Im Prozess um den Mordfall Meredith Kercher wurde am 30. Januar 2014 in Florence erneut ein Urteil gesprochen. Das wird aber nicht der letzte Richterspruch zu diesem Fall gewesen sein.Weitere Bilder anzeigen
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31.01.2014 13:53"Vor dem Gesetz sind alle gleich": Im Prozess um den Mordfall Meredith Kercher wurde am 30. Januar 2014 in Florence erneut ein...

Zum Ende des Prozesses um den Mord an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher hat der Anwalt der angeklagten US-Studentin Amanda Knox erneut deren Unschuld beteuert. „Das Wissen über Amandas Unschuld ist nun felsenfest, und es erlaubt uns, gelassen auf das Urteil zu warten“, sagte der Verteidiger Carlo Dalla Vedova in seinem Abschlussplädoyer am Donnerstag vor dem Gericht in Florenz. „Man kann niemanden verurteilen, weil er als 'wahrscheinlich' schuldig angesehen wird“, sagte er.

Mitangeklagter Ex-Freund Raffaele Sollecito im Gerichtssaal erschienen

Das Urteil soll nach Angaben des Vorsitzenden Richters Alessandro Crini am Donnerstag nicht vor 17 Uhr verkündet werden. Die zwei Richter und acht Geschworenen zogen sich nach einer kurzen Anhörung am Vormittag zu Beratungen zurück. Das Urteil könnte von Anklage und Verteidigung erneut angefochten werden.

Während Knox die Entscheidung aus den USA verfolgt, erschien ihr mitangeklagter Ex-Freund Raffaele Sollecito am Donnerstagmorgen im Gerichtssaal. „Die Leute, die es auf mich abgesehen haben, hätten nicht gedacht, dass ich komme“, sagte der 29-Jährige zu Journalisten. Nach italienischem Recht wäre er nicht zur Anwesenheit verpflichtet. Sein Vater Francesco Sollecito sagte, die Präsenz seines Sohnes zeuge von „Mut, Respekt vor dem Gericht und dem Glauben an Gerechtigkeit“.

Der Fall Amanda Knox
"Vor dem Gesetz sind alle gleich": Im Prozess um den Mordfall Meredith Kercher wurde am 30. Januar 2014 in Florence erneut ein Urteil gesprochen. Das wird aber nicht der letzte Richterspruch zu diesem Fall gewesen sein.Weitere Bilder anzeigen
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USA liefert Knox vermutlich nicht aus

Sollecito und Knox waren im Jahr 2010 wegen des Mordes an Kercher im Jahr 2007 im italienischen Perugia zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Berufungsgericht sprach sie jedoch 2011 frei. Der neue Prozess in Florenz war 2013 vom obersten italienischen Berufungsgericht angeordnet worden, das Widersprüche und Unstimmigkeiten im Berufungsverfahren sah.

Knox war nach dem Freispruch umgehend in ihre Heimatstadt Seattle in den USA zurückgekehrt. Sie reiste aus Angst vor einem neuen Schuldspruch nicht zu dem neuen Prozess in Italien. Sollecito war nach dem Freispruch viel herumgereist. Zuletzt verbrachte er einige Monate in der Dominikanischen Republik, was ihm den Verdacht einbrachte, vor der Justiz fliehen zu wollen. Im Falle eines Schuldspruches gilt es als unwahrscheinlich, dass die USA Knox an Italien ausliefern. Sie könnte aber bei Reisen ins Ausland stark eingeschränkt sein, wenn Italien einen internationalen Haftbefehl ausgibt. (AFP)

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