Tagebau Jänschwalde : Rentnerehepaar stoppt Schaufelbagger

Im Konflikt um die Ausweitung des Tagebaus Jänschwalde haben die beiden letzten Einwohner der Ortschaft Horno den Stopp der Baggerarbeiten erwirkt. Zumindest bis Anfang November geht dort nun nichts voran.

Jänschwalde - Um 15.03 Uhr musste der Vorschnittbagger des Tagebaus Jänschwalde (Spree-Neiße) am Donnerstag stoppen, da das Haus der letzten verbliebenen Einwohner von Horno erreicht worden war. Dies teilte ein Sprecher des Energiekonzerns Vattenfall Europe am Donnerstag mit. Das Oberverwaltungsgericht in Berlin/Brandenburg wird voraussichtlich am 2. November über eine Klage des Ehepaares zur endgültigen Umsiedlung entscheiden. Das Landesbergamt hatte dies bereits im Juni des vergangenen Jahres für den 15. Oktober angeordnet.

Dem Rentnerehepaar droht eine Enteignung für den Braunkohletagebau. Die Landesregierung Brandenburg hatte schon 1997 die Abbaggerung der Lausitzer Kommune beschlossen. Zuerst hat ein Großteil der Einwohner juristische Mittel eingelegt. Bis auf das Ehepaar haben die Einwohner später jedoch Entschädigungen akzeptiert und wurden großteils bereits vor zwei Jahren umgesiedelt. Viele zogen nach Forst, wo ein neuer Ortsteil Horno entstand.

Vom jetzigen Stopp des Baggers sind etwa 60 Bergleute betroffen. Nach Firmenangaben könne durch einen Einsatz an einem anderen Arbeitsort oder durch den Abbau von Übestunden Kurzarbeit verhindert werden. Nach einem positiven Gerichtsentscheid könnten die Arbeiten im Tagebau Anfang November wieder aufgenommen werden, sagte ein Sprecher. Über die Höhe des Schadens, der durch die Verzögerung entsteht, wollte er keine Angaben machen. (tso/dpa)

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