Taifun "Megi" : Mindestens zehn Menschen sterben auf den Philippinen

Verwüstungen und Todesopfer: Ein von Experten als "Monstertaifun" bezeichneter Wirbelsturm hat am Montag die Philippinen erreicht. Zehn Menschen starben. Nun nimmt der Sturm Kurs auf China und Vietnam.

Ein Hausdach verfängt sich im Norden der Philippinen in einem Baum.
Ein Hausdach verfängt sich im Norden der Philippinen in einem Baum.Foto: Reuters

Auf den Philippinen sind durch den bislang stärksten Wirbelsturm in diesem Jahr mindestens zehn Menschen getötet worden. Nur die rechtzeitige Evakuierung tausender Bewohnern der Küstengebiete habe höhere Opferzahlen verhindert, sagte am Dienstag der Chef der staatlichen Katastrophenschutzbehörde, Benito Ramos.

Berichten zufolge zerstörte Taifun “Megi“ die meisten Häuser in den Städten und Dörfern der westlichen Küstenregion. Auch ein großer Teil der Reisernte soll vernichtet worden sein. Der in der höchsten Kategorie eingestufte Taifun erreichte Windgeschwindigkeiten von zeitweise mehr als 250 Kilometern pro Stunde und zog weiter Richtung China.

Der Sturm werde sich über dem südchinesischen Meer noch verstärken und voraussichtlich am Freitag oder Samstag auf die Provinz Guangdong im Süden Chinas treffen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. “Megi“ werde auch die südlich gelegene Insel Hainan und die Region Guangxi betreffen. Auch in Vietnam und im Nordosten Thailands wurden Flutwellen gemeldet. Dort seien bislang vier Menschen ums Leben gekommen und Tausende obdachlos geworden.

Taifun Megi wütet auf den Philippinen
Der Taifun "Megi" wüstet auf den Philippinen. Mindestens zehn Menschen sterben, tausende werden Obdachlos.Alle Bilder anzeigen
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19.10.2010 10:37Der Taifun "Megi" wüstet auf den Philippinen. Mindestens zehn Menschen sterben, tausende werden Obdachlos.

Auf den Philippinen halfen am Dienstag Soldaten den Bewohnern, entwurzelte Bäume zu beseitigen und eingestürzte Häuser zu reparieren. Eine genaue Schadensbilanz lag zunächst nicht vor. In vielen Gegenden gab es auch am Dienstag noch keinen Strom oder eine Telefonverbindung. “Wir versuchen die Küstenstädte am Pazifik zu erreichen, weil es Berichte gab, dass dort 90 Prozent der Häuser zerstört wurden“, sagte Ramos. Drei Menschen seien in der Stadt Maconacon ertrunken, als riesige Wellen sie mitrissen.

Eine erste Schätzung des Landwirtschaftsministeriums geht davon aus, dass mindestens zehn Prozent der Ernte im Cagayan-Tal zerstört wurden, der zweitgrößten Reisanbau-Provinz des Landes. Dies entspricht rund 105.000 Tonnen. Andere Szenarien schätzen den Ausfall auf mehr als 230.000 Tonnen. Die Philippinen sind der weltweit größte Reisimporteur. Die inländischen Ausfälle durch “Megi“ könnten den Preis für Reis auf dem Weltmarkt in die Höhe treiben.

“Megi“ war am Montag im Westen der Insel Luzon an Land getroffen. Luzon ist die größte und wirtschaftlich bedeutendste Insel der Philippinen. Vor rund einem Jahr wurden im Zuge des Taifuns “Ketsana“ mehr als 400 Menschen im asiatischen Raum getötet und ein Großteil der Hauptstadt Manila unter Wasser gesetzt. (Reuters)

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