Taifun "Saomai" : Mehr als 400 Tote und Vermisste

Vier Tage nach dem verheerenden Wirbelsturm "Saomai" in China ist die Zahl der Todesopfer auf 255 gestiegen, mindestens 160 weitere Menschen wurden noch vermisst. Meteorologen vermuten, die Erderwärmung sei der Grund für die frühen und besonders heftigen Stürme.

Peking - Vor allem in der Provinz Fujian im Südosten des Landes wurden weitere Opfer des Taifuns entdeckt. Viele Fischersfrauen bangten um ihre Männer, die nicht von See zurückkamen. Meteorologen vermuten, dass die jüngste Serie von heftigen Wirbelstürmen in der Region eine Folge der Erderwärmung ist. "Die Stärke der Taifune nimmt zu, ebenso wie ihre Zerstörungskraft", erklärte der Chef des chinesischen Amts für Wetterkunde, Qin Dahe.

Vor allem unter den Fischern der Provinz Fujian gab es hohe Verluste. "In Fuding wurden 97 Leichen gefunden, von denen wir 27 nicht identifizieren konnten", erklärte die Stadtverwaltung. Auf den Bildern aus den Katastrophengebieten, die vier Tage nach dem Durchzug des Taifuns nach Peking gelangten, sahen die Verwüstungen noch weit schlimmer aus als befürchtet. Die Polizei warnte vor Plünderungen und verstärkte ihre Patrouillen.

"Saomai" war der achte Taifun, der in diesem Jahr über die Volksrepublik zog und der heftigste Wirbelsturm seit einem halben Jahrhundert. Die Sachschäden wurden auf mehrere Millionen Euro veranschlagt. Insgesamt kamen durch Wirbelstürme in China nach einer Aufstellung des Roten Kreuzes in diesem Jahr bereits 1699 Menschen ums Leben, 415 gelten als vermisst.

"Unter dem Einfluss der Erderwärmung gibt es immer mehr starke und ungewöhnliche klimatische Erscheinungen", erklärte das Amt für Meteorologie. "Die Taifune sind dieses Jahr früh gekommen, sie sind stark, sie treffen ein großes Gebiet und sie halten lange an", sagte der Vize-Minister für die Wasser-Ressourcen, E Jingping. Üblicherweise setzt die Saison der Wirbelstürme in China Ende Juli ein, in diesem Jahr begann sie bereits Mitte Mai. (tso/AFP)

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