Welt : Taifun tobte während der Landung / Mindestens zwei Tote und 211 Verletzte

Beim Absturz eines Flugzeugs der taiwanischen Fluggesellschaft China Airlines mit 317 Menschen an Bord sind am Sonntag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. 211 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, als die Maschine vom Typ MD 11 bei einem Wirbelsturm in der Luft in Brand geriet und auf die Landebahn des Flughafens Chek Lap Kok stürzte. Viele der Passagiere hätten Brandverletzungen erlitten, teilte ein Regierungssprecher mit. Mindestens 14 seien schwer verletzt. Die meisten Menschen an Bord stammen den Angaben nach aus Hongkong, China und den Philippinen.

Das aus Bangkok kommende Flugzeug hatte nach Augenzeugenberichten unter extrem schlechten Wetterbedingungen noch im Flug Feuer gefangen und war um 22 Uhr 48 Ortszeit wie ein Feuerball herabgestürzt. Der Wirbelsturm hatte Hongkong am späten Abend erreicht, zur selben Zeit, als der Unfall geschah. Die Rettungsmannschaften waren bereits informiert und hatten entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen.

Fernsehbilder zeigten, dass das Flugzeug brennend und umgestürzt auf dem Dach lag. Das Feuer konnte etwa zwei Stunden nach dem Unfall gelöscht werden. Der Flughafen wurde nach dem Unfall geschlossen. Es war der erste größere Unfall, seit Eröffnung des neuen Hongkonger Flughafens im Juli 1998.

Schon früher am Tag musste der Flugverkehr wegen des Taifuns "Sam" vorübergehend eingestellt werden. Der Wirbelsturm behinderte den gesamten Verkehr nach Hongkong. Auch die Land- und Seeverbindungen zu den umliegenden Inseln und dem chinesischen Festland waren unterbrochen. Auf der Hauptinsel saßen deshalb bis zu 500 Menschen fest. Der Taifun hatte zuvor in Taiwan schwere Schäden angerichtet.

Die taiwanische Fluggesellschaft CAL ist in den vergangenen zehn Jahren von drei schweren Unfällen betroffen gewesen

26. Oktober 1989: Eine Boeing 737 der CAL prallt kurz nach dem Start vom Flughafen der Touristenstadt Hualien im Osten der Insel gegen einen Berg und brennt aus. Keiner der 47 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder überlebt.

29. Dezember 1991: Im Norden von Taiwan stürzt ein Frachtflugzeug der CAL vom Typ Boeing 747-200 in der Nähe eines Kernkraftwerks ab. Alle fünf Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

26. April 1994: Ein Airbus A 300-600 der CAL berührt bei der Landung in der japanischen Stadt Nagoya mit einer Tragfläche die Rollbahn und geht in Flammen auf. Von den 271 Menschen an Bord sterben 264.

16. Februar 1998: Beim Anflug auf den Flughafen von Taipeh verfehlt ein Airbus A 300-600 der CAL bei Nebel die Landebahn, schlingert über eine Autobahn, kracht in eine Häuserzeile und explodiert: 203 Tote - darunter alle Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie sieben Menschen in einem Haus und einem Auto.

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