Welt : Taifun versetzt Japan in Angst

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Tokio In Japan hat einer der heftigsten Taifune seit zehn Jahren am Samstag Tokio und andere Gebiete Zentraljapans mit sintflutartigen Regenschauern und Orkanböen überzogen. „Ma-on“ löste Erdrutsche aus, unterspülte und beschädigte Häuser und setzte auch in Tokio ganze Straßen unter Wasser. Mindestens ein Mensch starb, einige erlitten Verletzungen. Tausende Bewohner entlang der Pazifikküste suchten aus Furcht vor den Naturgewalten in öffentlichen Gebäuden Zuflucht. Der öffentliche Verkehr brach vielerorts zusammen.

„Ma-on“ ist bereits der neunte Taifun in diesem Jahr, der direkt auf das japanische Archipel traf, so viele wie nie zuvor binnen eines Jahres. Er gilt zugleich als einer der stärksten Taifune seit zehn Jahren, der die Region Kanto mit der Hauptstadt Tokio heimsuchte. In der Provinz Kanagawa kam ein 55-jähriger Mann bei einem Erdrutsch hinter seinem Haus ums Leben. Im Vergleich zu vorherigen Taifunen, bei denen in diesem Jahr bereits etwa 80 Menschen ums Leben kamen, hielten sich die Folgen des Sturms jedoch anscheinend noch in Grenzen.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 144 Kilometern in der Stunde nahe seinem Zentrum bewegte sich der 22. Taifun der Saison Richtung Nordosten weiter und dürfte Sonntag früh über dem Meer zur Tiefdruckzone abklingen.

In der Provinz Shizuoka schleuderte „Ma-on“ Werbeschilder durch die Luft, setzte Straßen und Häuser unter Wasser und riss Bäume um. Im Zentrum Tokios drückten die Wassermassen Gullideckel hoch. Im Stadtteil Akihabara forderte die Feuerwehr die Bewohner über Lautsprecher auf, Tiefgeschosse zu meiden. Auf der weltberühmten Luxusmeile Ginza schlossen Geschäfte Stunden früher.

In der Provinz Yamanashi entgleiste ein Zug durch verschüttete Gleise. Verletzt wurde niemand. Ein 74-jähriger Zeitungsbote wurde vermisst. Die Polizei vermutet, dass er von einem angeschwollenen Fluss fortgerissen wurde. dpa

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