Taifunalarm : Eine halbe Million Menschen in Südchina flüchten

Aus Angst vor dem Taifun "Chanchu" sind in Südchina eine halbe Million Menschen an sichere Orte gebracht worden. In Hongkong mussten mehr als 50 Flüge gestrichen werden.

Hongkong - Der Wirbelsturm ist der bislang stärkste, der das südchinesische Meer so früh im Jahr heimgesucht hat. Der Taifun traf nordöstlich von Hongkong auf die Küste. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete über orkanartige Winde und heftige Niederschläge in der Provinz Fujian: «Viele Orte melden Erdrutsche und Überschwemmungen», hieß es.

«Chanchu», was im Chinesischen «Perle» heißt, hatte zuvor auf den Philippinen gewütet. 37 Menschen waren dort am Wochenende dem Wirbelsturm zum Opfer gefallen. In der Hafenmetropole Hongkong mussten mehr als 50 Flüge gestrichen werden. Ausläufer des Taifuns erreichten den Süden Taiwans, wo ein Öltanker bei der Hafenstadt Kaohsiung durch den hohen Seegang an die Küste getrieben wurde und auf Grund lief. Die 13-köpfige Besatzung des unter bolivianischer Flagge fahrenden Schiffes musste mit Hubschraubern gerettet werden.

In der chinesischen Provinz Fujian wurden mehr als 300 000 Menschen in Sicherheit gebracht. In der Nachbarprovinz Guangdong flüchteten 180 000 Menschen vor dem Sturm, wie die Xinhua berichtete. Die chinesische Küstenwacht warnte vor einem gefährlichen Anstieg des Meeresspiegels, der die Bewohner in den Küstengebieten bedrohen könnte. Rund 67 000 Schiffe wurden in die Häfen zurückgerufen.

Auf der taiwanesischen Insel Penghu verunglückte ein Bus durch das schlechte Wetter. Sieben Insassen erlitten Verletzungen. Die Hafenstadt Hongkong wurde nicht direkt vom ersten Taifun des Jahres getroffen, doch behinderten herabgestürzte Teile von Gerüsten und umgestürzte Bäume den Verkehr und sorgten für Verspätungen. Die Fährdienste zu einigen Inseln mussten eingestellt werden. Eine Yacht kenterte. Wegen der Sturmwarnung waren die Kindergärten in der Stadt geschlossen.

Wie in Hongkong mussten in Südchina zahlreiche Flüge gestrichen werden. In der Hafenstadt Xiamen in Fujian wurde der Fährverkehr zur Insel Jinmen eingestellt. Alle Sehenswürdigkeiten schlossen ihre Tore. Mit 15 bis 20 Kilometern pro Stunde bewegte sich der Taifun, der laut Xinhua in der Spitze Windgeschwindigkeiten bis zu 144 Stundenkilometer erreichte, weiter nach Nordosten.

Völlig andere Wetterextreme erlebten die Menschen in Nordchina, wo der 14. Sandsturm dieses Jahres die Hauptstadt Peking in Staub hüllte. Wegen der ohnehin hohen Luftverschmutzung erreichten die Schadstoffe in der Luft am Dienstag und Mittwoch die gefährlichste Stufe, so dass die Behörden Alarm schlugen. Zur selben Zeit inspizierte eine Delegation des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) den Bau der Sporteinrichtungen in Peking, das 2008 die Olympischen Spiele ausrichten wird. Eine IOC-Arbeitsgruppe beschäftigt sich auch mit der Umweltlage. (tso/dpa)

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