Welt : Tanker-Unglück: Der Großteil des ausgelaufenen Öls ist geborgen

Nach der Tankerhavarie in der Ostsee ist nach Angaben dänischer Behörden der Großteil des ausgelaufenen Öls geborgen. Zwar sei für die Küste Mecklenburg-Vorpommerns die akute Gefahr vorbei. Allerdings seien die Folgen für den Fischfang erst in zwei bis drei Jahren abzuschätzen, sagte der WWF-Ostseeexperte Alfred Schumm am Mittwoch. Nach Angaben dänischer Ornithologen sind 5000 Vögel in den Küstenbereichen umgekommen. Bis zu 25 000 Vögel sind laut WWF-Schätzung vom Öl-Tod bedroht.

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF treibt derzeit ein rund 800 Quadratkilometer großer Teppich von Ölschlieren auf See, sagte der WWF-Ostseeexperte Schumm. Es gebe keine Möglichkeit, ihn zu bergen. "Es ist, als wolle man mit einem Suppenlöffel eine Badewanne leeren", sagte Schumm.

Gleichzeitig werde sich die Reproduktionsrate der jetzt geborenen Fische lebenslang reduzieren, sagte Schumm weiter. Zudem werde sich die Missbildungsrate erhöhen. Besonders betroffen seien die Dorsch- und Heringsbestände.

Rund 2025 Tonnen Öl seien durch Ölbekämpfungsschiffe aufgenommen worden, sagte Bernd Scheffel von der Sonderstelle des Bundes zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen in Cuxhaven. Weitere 300 Tonnen seien durch Ölsperren gesichert sowie 250 Tonnen aus dem Vorschiff des beschädigten Zuckerfrachters "Tern" gepumpt worden. Bei der Havarie sollen in der vergangenen Woche 2700 Tonnen Öl ausgelaufen sein. Am Strand von Bogö haben Helfer mit dem Reinigen der Strände von 300 Tonnen Öl begonnen. Das Umpumpen von mehr als 30 000 Tonnen Schweröl aus der havarierten "Baltic Carrier" in einen finnischen Tanker soll in der Nacht zum Donnerstag abgeschlossen sein, sagte Scheffel. Danach soll die "Baltic Carrier" noch zwei Tage an der Unglücksstelle bleiben, um das Leck provisorisch abzudichten. Dann soll eine Werft angelaufen werden.

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