Tankerunglück : Haftstrafen nach Ölkatastrophe vor Südkorea

Vor einem Jahr löste der Zusammenstoß eines Öltankers mit einem Lastkahn vor der Küste Südkoreas die schlimmste Ölpest des Landes aus. Jetzt wurde der Kapitän des Tankers in einem Berufungsverfahren zu einer Haftstrafe verurteilt.

Ölpest
Reinigungsarbeiten an der Küste Südkoreas im Dezember 2007. -Foto: AFP

SeoulWegen der schwersten Ölkatastrophe vor Südkorea sind der Kapitän und der erste Offizier des Supertankers "Hebei Spirit" zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden. Nach Angaben des zuständigen Berufungsgerichts wurde der indische Kapitän Jasprit Chawla am Mittwoch zu 18 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von umgerechnet gut 10.000 Euro verurteilt. Der Erste Offizier Syam Chetan erhielt acht Monate Haft und muss 5400 Euro zahlen, wie die Zeitung "The Korea Times" berichtete. Das Gericht befand, dass beide fahrlässig gehandelt hätten und damit mitverantwortlich für den Unfall gewesen seien. Im Juni waren beide in erster Instanz freigesprochen worden.

Der Tankereigner Hebei Spirit Shipping muss ebenso wie der südkoreanische Schiffhersteller Samsung Heavy Industries, zu dem der Lastkahn gehörte, eine Strafe von 30 Millionen Won zahlen.

12.500 Tonnen Rohöl ausgetreten

Der Lastkahn hatte sich am 7. Dezember 2007 von einem der zwei begleitenden Schlepper losgerissen und drei Löcher in die Außenwand des vor Anker liegenden Tankers geschlagen. Der Unfall hatte zur bisher schlimmsten Ölpest in der Geschichte Südkoreas geführt. Mehr als 12.500 Tonnen Rohöl waren damals aus dem leckgeschlagenen Tanker ausgetreten. Der Küstenabschnitt südwestlich von Seoul war von dem ausgelaufenen Öl auf einer Strecke von 300 Kilometern verschmutzt worden. Zahlreiche Familien, die von der Fischzucht lebten, wurden ihrer Lebensgrundlage beraubt.

Die Hauptschuld für die Kollision liege zwar bei den Booten von Samsung, doch die Besatzung des Tankers habe nicht schnell genug die angemessenen Maßnahmen zur Vermeidung des Unglücks getroffen, teilte das Gericht mit. Die Schuldsprüche gegen die zwei Schlepperkapitäne wurden bestätigt, deren Haftstrafen jedoch von zuvor drei auf zweieinhalb Jahre beziehungsweise von einem Jahr auf acht Monate verkürzt. Der Führer des Lastkahns erhielt eine 18-monatige Freiheitsstrafe. (feh/dpa/AFP)

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