Tansania : Mordserie an Albinos geht weiter

Ein neunjähriges Mädchen ist der Mordserie an Albinos in Tansania zum Opfer gefallen. Die Täter verstümmelten den Körper des Mädchens und trennten einen Arm ab. Mittlerweile wurden 30 Albinos in dem Tansania getötet.

DaressalamDer Mordserie an Albinos in Tansania ist ein weiterer Mensch zum Opfer gefallen. In dem Dorf Shilela im Westen des Landes hätten Unbekannte am Sonntag ein neunjähriges Mädchen überfallen und getötet, sagte der lokale Abgeordnete Joseph Manyara der Nachrichtenagentur AFP. Die Angreifer hätten den Körper des Mädchens verstümmelt und einen Arm abgetrennt. Seit Jahresbeginn wurden etwa 30 an der seltenen Pigmentstörung leidenden getötet. Auch im benachbarten Burundi kam es zu ähnlichen Vorfällen.

Den Albinos, denen die Farbpigmente in Haut, Haar und Augen fehlen, werden in einem weit verbreiteten Aberglauben Zauberkräfte zugeschrieben. Kriminelle Medizinmänner verwenden in Ritualen ihre Körperteile, da sie sich dadurch Reichtum und Glück erhoffen. In Afrika leben Albinos oft am Rande der Gesellschaft, da die Geburt eines Kindes mit Pigmentstörung als schlechtes Omen gilt.

47 Verdächtige wurden festgenommen

Wenige Stunden vor dem Mord an dem Mädchen im Westen Tansanias hatte Präsident Jakaya Kikwete zu einem Ende der Morde an Albinos aufgerufen. "Es ist schlichtweg dumm zu denken, dass Albinos Zauberkräfte haben und ihre Körperteile Reichtum verleihen." Der Bevölkerung müsse beigebracht werden, dass Reichtum nur durch harte Arbeit und nicht durch den Verkauf von Albino-Körperteilen an Medizinmänner zu erlangen sei, sagte Kikwete. Demnach wurden insgesamt 47 Menschen im Zusammenhang mit der Mordserie festgenommen.

Erst am Samstag hatten Angreifer im Westen des Landes einer 28-jährigen Frau eine Hand abgehackt. Die Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert und überlebte den Angriff. Die Diskriminierung von Albinos ist ein weit verbreitetes Problem im subsaharischen Afrika.

Bislang ist es aber in keinem anderen Land zu Übergriffen wie in Tansania gekommen, wo rund 150.000 Albinos leben. Opfer sind meist Frauen und Kinder. Im vergangenen Jahr berichtete die Polizei wiederholt davon, dass die Leichen von gerade beerdigten Kleinkindern ausgegraben wurden, um Genitalien und Augen der Leichen herauszuschneiden. Nach offiziellen Angaben wurden Albino-Babys in manchen Fällen direkt nach der Geburt getötet. (jg/dpa/AFP)

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