Taschengeld : Lohnerhöhung für die Kleinen

Deutschlands Kinder bekommen immer mehr Taschengeld. Der Egmont-Ehapa-Verlag hat seine neue Kids-Verbraucheranalyse veröffentlicht. Der Internet-Konsum stagniert.

Franceso Giammarco

Berlin - Den deutschen Kindern geht es gut. Sie bekommen so viel Taschengeld wie nie zuvor. Das zeigt eine am Dienstag vorgestellte Studie des Egmont-Ehapa-Verlags. Nach der aktuellen Kids-Verbraucheranalyse bekommen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren im Durchschnitt etwa 27 Euro Taschengeld pro Monat. Das sind zehn Prozent mehr als noch 2011. Die Befragung findet immer im Februar und März statt. Die Jüngeren werden etwas niedriger entlohnt. 14 Euro bekommen die Vier- bis Fünfjährigen im Durchschnitt von ihren Eltern. Auch hier gab es eine Erhöhung.

Doch nicht nur die Eltern öffnen die Taschen, auch Freunde und Verwandte werden immer spendabler. Die Summe der jährlichen Geldgeschenke zu Feiertagen stieg ebenfalls: Insgesamt 210 Euro bekommen Kinder zu Ostern, Weihnachten und Geburtstag.

Einer Hochrechnung zufolge fließen dieses Jahr insgesamt 1,85 Milliarden Euro an Taschengeld in die Sparschweine deutscher Kinder. An Geldgeschenken wird etwa eine Milliarde bewegt. Das meiste davon wird von den jungen Konsumenten für Süßigkeiten, Zeitschriften, Essen und Trinken sowie für Spielsachen ausgegeben. Im Durchschnitt werden pro Kind 789 Euro auf dem Sparkonto angelegt. Die Kinder haben nicht nur selbst mehr Geld zur Verfügung. Die Studie zeigt auch, dass Eltern wieder mehr Geld für ihre Kinder ausgeben. Neben dem Taschengeld geben Eltern am meisten für Bekleidung, Handyrechnungen und elektronische Spiele aus.

Auch auf den Medienkonsum junger Menschen wirft die Studie einen genaueren Blick. Nachdem die Internetnutzung bei den Kindern ab sechs Jahren bisher stetig von Jahr zu Jahr anstieg, stagniert sie dieses Jahr zum ersten Mal. Allerdings mit 74 Prozent auf recht hohem Niveau.

Die Intensität der Nutzung nimmt jedoch weiterhin deutlich zu. Fast jeder Zweite ist so gut wie jeden Tag online. Auf die Frage, was sie denn im Internet machen, antworteten 82 Prozent der Kinder: „Infos für die Schule sammeln“, 73 Prozent spielen „gratis Onlinespiele“ und 72 Prozent geben an, nach „Infos für die Freizeit“ zu suchen.

Wer glaubt, Kinder würden aufgrund des steigenden Konsums neuer Medien weniger lesen, der irrt. 96 Prozent der Kinder beschäftigen sich mit Magazinen, 91 schmökern in Büchern. Ein steigender Anteil der befragten Kinder gibt Lesen sogar als Freizeitaktivität an. Auch bei den Vorschülern liegt das gedruckte Wort im Trend. Laut Aussagen der Eltern greifen 87 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen zu Zeitschriften und 85 Prozent zu Büchern.

Die beliebtesten Zeitschriften bei den Sechs- bis 13-Jährigen sind das „Lustige Taschenbuch“. Bei den Jüngeren stehen Winnie Puuh und Benjamin Blümchen hoch im Kurs. Franceso Giammarco

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben