Welt : Tausende Deutsche sitzen fest

MÜNCHEN (AFP).Wegen Georges, des heftigsten Hurrikans in der Karibik seit mehreren Jahrzehnten, haben deutsche Reiseveranstalter ihre Flüge in die Dominikanische Republik gestoppt und Ersatzziele in ihr Programm aufgenommen.Mehrere tausend deutsche Urlauber saßen am Mittwoch noch in dem Karibik-Staat fest, wie mehrere deutsche Reiseunternehmen mitteilten."Wir haben noch 2000 Kunden in der Dominikanischen Republik, die wegen des Flugstopps nicht ausreisen können; nach unseren Informationen sind sie alle wohlauf", berichtete Gunther Träger von Neckermann Reisen in Oberursel.Kunden, die Flüge in den Karibik-Staat gebucht hatten, boten die Unternehmen als Ausweichziel das mexikanische Cancun und Varadero auf Kuba an.Der Veranstalter LTU evakuierte seine Urlauber vor Ort aus der Küstenregion der Karibik-Insel und brachte sie ins Landesinnere.

Der Hurrikan Georges, der am Mittwoch mit bis zu 200 km/h über die Dominikanische Republik hinwegfegte, kostete mindestens zwölf Menschen das Leben.Alle Flughäfen blieben zunächst geschlossen.Die Fluggesellschaft Condor sagte drei Flüge in das Unwettergebiet ab und bot statt dessen zwei Flüge nach Mexiko an.TUI teilte mit, fast alle betroffenen Kunden seien "mit Vergnügen auf das Ausweichangebot eingegangen".Für die Urlauber entstünden keine Mehrkosten, betonte TUI-Sprecher Bernd Rimele: Den wartenden Kunden in der Dominikanischen Republik würden die zusätzlichen Übernachtungen ebenfalls bezahlt wie den Kunden, die in Deutschland auf ihren Abflug warten mußten.

Die Flughäfen in der Dominikanischen Republik werden nach Angaben der Reiseveranstalter möglicherweise bereits in der Nacht zum Donnerstag wieder öffnen.Bis dahin sollen die jetzt gestarteten Ersatz-Flugzeuge in Mexiko warten; sie können dann die noch auf der Dominikanischen Republik verbliebenen Urlauber nach Deutschland zurückbringen.Condor wird für den Rücktransport auch ein zusätzliches Flugzeug ohne Passagiere von Deutschland in die Karibik schicken.Wann wieder Urlauber in die Dominikanische Republik kommen können, hängt nach Angaben von TUI von den genauen Schadensberichten ab."Nach unseren ersten Informationen sind die Touristenzentren noch einmal glimpflich davongekommen", sagte Rimele.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Mittwoch in Bonn, nach den bisherigen Erkenntnissen seien keine Deutschen durch den Wirbelsturm zu Schaden gekommen.Nach unbestätigten Schätzungen halten sich zur Zeit rund 8000 deutsche Touristen in der Dominikanischen Republik auf.

In Haiti, das im westlichen Drittel von Hispaniola liegt, waren die Armen, die meist in wackeligen Blechhütten leben, von dem Wirbelsturm besonders schwer betroffen.

Die Experten rechneten damit, daß die Geschwindigkeit wieder zunehme, wenn der Hurrikan über dem warmen Meer wieder Energie aufnehme.

Für Küstenabschnitte Kubas, die Bahamas und Südflorida wurde Hurrikan-Warnung gegeben.Der Hurrikan könne am Donnerstag die USA erreichen, teilte das Hurrikan-Zentrum in Miami mit.Vor allem die Gebiete südlich von Deerfield Beach an der Ostküste der Halbinsel Florida und die Westküste südlich von Bonita Beach seien betroffen.Floridas Gouverneur Lawton Chiles erklärte für den Süden des Staates den Notstand.Bewohner und Touristen auf den Keys waren schon am Dienstag aufgefordert worden, die Inseln zu verlassen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben