Welt : Tausende mußten die Nacht im Auto verbringen

Wintereinbruch in Spanien: Schneefälle und eisglatte Fahrbahnen verursachen landesweites Chaos MADRID (dpa).Das "Sonnenland" Spanien hat den schwersten Wintereinbruch seit mehr als 30 Jahren erlebt.Heftige Schneefälle, Sturm bis Stärke neun und eisglatte Fahrbahnen sorgten nahezu landesweit für chaotische Zustände auf den Straßen.Tausende von Autofahrern wurden nach Polizeiangaben vom Freitag von den Schneemassen eingeschlossen und mußten die Nacht bei Temperaturen um null Grad in ihren Fahrzeugen verbringen.Hunderte von Helfern der Armee, des Roten Kreuzes und selbst die Anwohner anliegender Dörfer versorgten die Menschen mit Decken, heißen Getränken und Essen. Nach Aussage der Meteorologen hat das Land seit 1965 nicht mehr derartige Witterungsverhältnisse zu dieser Jahreszeit erlebt.Zwei Wochen vor dem kalendarischen Winteranfang schneite es sogar in Madrid, Andalusien und der Mittelmeerregion Valencia.Selbst auf Mallorca war es mit zwölf Grad empfindlich kühl.Besser hatten es die Urlauber auf den Kanaren, wo das Thermometer auf 23 Grad stieg.Der Wetterdienst sprach von "Polarkälte".Sie sei aber nur vorübergehend. Am stärksten trafen die Schneestürme Mittelspanien.Allein bei Cuenca blieben 700 Wagen stecken.Sie stauten sich auf einer Länge von 40 Kilometern, umgeben von bis zu zwei Metern Schnee.Noch am Mittag saßen Hunderte Autofahrer fest.Vielen ging das Benzin aus, weil sie sich bei laufenden Motoren nur mit der Wagenheizung warmhalten konnten.Verletzt wurde aber niemand.Die Räumfahrzeuge kamen kaum voran.Mit Hilfe von Hubschraubern wurden die Menschen nach und nach evakuiert.Als Notlager dienten Fabrikhallen, Rathäuser und Klöster.Bei Toledo wurden 350 Betroffene in einer Haftanstalt untergebracht, meldete der Rundfunk.Viele Spanier waren wegen des Feiertages Mariä Empfängnis am Montag trotz der Warnungen der Polizei bereits Donnerstag abend in das verlängerte Wochenende gestartet.

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