Welt : Teilgeständnis im Prozess um Moshammer

Mirko Weber[München]

Im Prozess um den Mord am homosexuellen Münchner Modemacher Rudolph Moshammer hat der 25 Jahre alte Angeklagte am Mittwoch ein Teilgeständnis abgelegt. Er habe den 64-Jährigen mit einem Elektrokabel geschlagen, sagte der tatverdächtige Iraker Herisch A. nach mehrstündiger Vernehmung vor dem Landgericht München.

Der Abend, an dem Rudolph Moshammer stirbt, veräuft nach den Angaben des Angeklagten so: Herisch A. bringt seine Freundin zur Arbeit und stromert um den Hauptbahnhof herum. Er hat „fünf, sechs Bier getrunken“. Er spielt. Als er weiterzieht, hält ein Wagen. Der Insasse fragt nach einer Videothek und hat einen Porno in einer Plastiktüte. Er sagt: „Warum bist du so traurig?“, erzählte A. Für das Folgende habe er „keine Worte“. Der Mann am Steuer sagt, er sei ein Franzose. Herisch A. steigt ein. Die Fahrt dauert lange. Dann sitzen die beiden in Rudolph Moshammers Fernsehzimmer in Grünwald. „Ich war betrunken“, sagte A. „Es ist wie ein Traum für mich. Mooshammer habe ihn sexuell bedrängt, aber ich wollte das nicht“.

A. sagte, Moshammer habe sich dann selbst befriedigt und sei zur Toilette gegangen. „Als er zurückkam, war er ein anderer Mensch“. Obwohl Moshammer angeblich versprochen hatte, ihm alles Geld zu geben, was der verlange, wollte er ihn jetzt „rausschmeißen“, sagte der Angeklagte. „Dann haben wir gestritten.“ Moshammer habe ihn geschlagen – und er Moshammer. „Es passierte so, und ich glaubte selbst nicht daran“. Rudolph Moshammer wurde mit einem Stromkabel stranguliert, stellt die Polizei am nächsten Morgen fest. Der Prozess wird fortgesetzt.

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