Welt : Thomas Drach erneut verurteilt

Hamburg - Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach ist vom Hamburger Landgericht erneut zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Kammer sprach ihn am Dienstag der versuchten Anstiftung zur räuberischen Erpressung schuldig. Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass Drach im Februar 2009 aus der Haft heraus versucht hatte, einen Bekannten zur Erpressung seines jüngeren Bruders anzustiften, um an das Reemtsma-Lösegeld zu kommen.

Der verurteilte Reemtsma-Entführerer bleibt damit länger in Haft als erwartet. Eigentlich sollte er im nächsten Jahr entlassen werden.

Sein Verteidiger Helfried Roubicek sagte am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Hamburger Landgericht, es habe keine Absicht zur versuchten räuberischen Erpressung gegeben. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert. Auch sei die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung anzuordnen, sagte Oberstaatsanwalt Karsten Hoffmann in seinem Plädoyer. Die Beweisaufnahme habe den Tatvorwurf bestätigt, wonach Thomas Drach in Briefen versucht habe, einen Freund zur räuberischen Erpressung seines eigenen Bruders Lutz Drach anzustiften.

Für Verteidiger Roubicek dagegen sind die Drach zur Last gelegten Briefe ein Ausdruck von „Dampf ablassen“. Das neuerliche Hauptverfahren gegen seinen Mandanten sei ein „Phantomprozess“, es habe weder eine Tat noch einen Täter noch ein Opfer gegeben. Drachs Briefe seien nie ernst gemeint gewesen.

In seinem Letzten Wort sagte Drach vor dem Gericht, dass „die ganze Sache an den Haaren herbeigezogen“ sei. Wenn er seinen Bruder hätte berauben wollen, hätte er bestimmt nicht seine „arme Mutter“ und einen Elektriker geschickt, „sondern ganz andere“. dapd

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