Thronfolge : Japan hofft auf Geburt eines Sohnes

Die japanische Prinzessin Kiko soll am Mittwochmorgen ihr drittes Kind auf die Welt bringen. Einen Jungen, hoffen die Japaner, denn nur Männer dürfen die Thronfolge antreten.

Tokio - Die Schwangerschaft der 39-Jährigen Frau von Prinz Akishino hatte für große Aufregung gesorgt, weil das japanische Kaiserhaus seit 1965 auf die Geburt eines männlichen Thronfolgers wartet. Akishinos älterer Bruder, Kronprinz Naruhito, und seine Frau Masako haben eine Tochter, die vierjährige Aiko. Die öffentlichkeitsscheue Prinzessin Kiko hat bereits zwei Töchter im Alter von elf und 14 Jahren.

Gemäß der japanischen Verfassung kann nur ein Mann Kaiser werden. Regierungschef Junichiro Koizumi hatte zwar eine Reform zugunsten einer weiblichen Nachfolgeregelung angeregt. Nach Bekanntwerden von Kikos Schwangerschaft legte er das Projekt allerdings für unbestimmte Zeit auf Eis.

Viele sind überzeugt: Es wird ein Junge

Gerüchte machen den Japanern nun die schönsten Hoffnungen auf eine Lösung des Stammbaumproblems im Kaiserhaus: Das dritte Kind der 39-Jährigen soll nach Presseberichten ein Junge sein. Dies habe Akishino kürzlich einem Freund erzählt. Offiziell wollte das Kaiserhaus das Geschlecht des Babys nicht enthüllen. Der Zustand von Prinzessin Kiko sei zufriedenstellend und das Kind entwickle sich normal - mehr Information ließ der Palast erstmal nicht nach außen dringen. Aber: "Der Kaiserhof wird die Japaner so früh wie möglich nach der Schwangerschaft informieren", versprach ein Palast-Sprecher. Politiker, Journalisten und Geburtshelfer, die die Geschehnisse im Kaiserhaus aufmerksam verfolgen, sind jedoch überzeugt: Es wird ein Junge.

Wenn Kiko tatsächlich einen Sohn bekommt, wäre er Nummer drei in der Thronfolge nach seinem 46-jährigen Onkel Kronprinz Naruhito und seinem 40-jährigen Vater Akishino. Die Frau von Naruhito, die 42-jährige Prinzessin Masako, leidet an einer schweren Depression. Sie halte den schweren psychischen Druck nicht aus, weil sie keinen männlichen Thronfolger geboren habe, sagen manche Japaner. Prinzessin Kiko hat nun eine gute Chance, sich von diesem Druck zu befreien. (tso/AFP)

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