Thronjubiläum der Queen : Mit Pomp, Witz und Standhaftigkeit

Bei den Feiern zum Thronjubiläum der Queen lassen sich die Briten auch vom Regen die Stimmung nicht vermiesen.

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„Kümmern wir uns um das Wetter?“, rief Londons Bürgermeister Boris Johnson bei der Schiffsparade, worauf Umstehende im Chor jubelnd antworteten: „Niemals!“ Der für Witz und Ironie bekannte Bürgermeister fuhr fort: „Dies sind die idealen klimatische Bedingungen für ein echtes britisches Sommerfest.“Weitere Bilder anzeigen
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03.06.2012 13:37„Kümmern wir uns um das Wetter?“, rief Londons Bürgermeister Boris Johnson bei der Schiffsparade, worauf Umstehende im Chor...

Sie wappneten sich mit Anoraks, Regenschirmen und Regenhäuten. Und dennoch beendeten viele den Tag von Kopf bis Fuß durchnässt. Aber nichts konnte die Briten am Sonntag davon abhalten, mit Pomp, Witz, Standhaftigkeit und einer Mischung aus Begeisterung, Stoizismus und Selbstironie ihre Queen und gleichzeitig sich selbst zu feiern.

Die Themse wurde bei den Feiern zum Thronjubiläum zur Prachtstraße für einen Festkorso von 1000 Booten – darunter große Segelschiffe, die im alten Hafen von London vor der Tower Bridge festgemacht hatten. Das Guiness-Buch der Rekorde zählte 670 Boote, die in der Prozession selbst fuhren – ein neuer Rekord. „Dies war das größte Bootsfest seit Hunderten von Jahren“, sagte Londons Bürgermeister Boris Johnson.

Pünktlich um 14.15 Uhr Ortszeit begann die typisch britische Mischung aus militärischer Präzision und schrulligem Theater, als die Queen, ganz in weiß gekleidet, zusammen mit ihrem Ehemann, dem Duke of Edinburgh, Prinz Charles und seiner Frau Camilla das Beiboot ihrer einst geliebten königlichen Yacht „Britannia“ betrat. Als die Yacht 1997 von dem damaligen Labour-Premier Tony Blair aus Spar-Gründen aus dem Dienst genommen wurde, weinte die ansonsten immer gefasste Queen die einzige öffentliche Träne ihrer Regierungszeit. Blair bereute die Entscheidung später.

Das Spektakel endete drei Stunden später, als ein sichtlich vor Kälte zitternder Chor die Nationalhymne „God save the Queen“ sang. „Kümmern wir uns ums Wetter?“, fragte Bürgermeister Johnson, und Umstehende jubelten im Chor: „Niemals“. Eine Rentnerin erinnerte sich an die Krönung der Queen 1953, bei der es ebenfalls regnete. Nun sollen sich Kinder wieder über Generationen hinweg an das Fest erinnern.

Mit der Barke „Britannia“ wurde die Queen zu ihrer Festbarke „The Spirit of Chartwell“ gebracht, die vor ein paar Monaten noch für die Müllabfuhr auf der Themse benutzt wurde. Am Sonntag hatte sie einen goldenen Flussgott am Bug und war mit Tausenden von Blumen geschmückt. Zum letzten Mal gab es etwas Vergleichbares 1662 zu sehen. Damals feierte König Charles II. seine neue Queen, Catherine von Braganza, mit einer Prozession auf der Themse.

Überall waren die Gebäude am Ufer mit Fahnen, blau-weiß-roten Luftballons und Gratulationsplakaten für die Queen geschmückt. Menschen drängten sich an Fenstern und auf Balkonen. Fast 15 Kilometer lang war die Strecke für die Boote. Ganze 75 Minuten dauerte die Vorbeifahrt des Korsos im festlichen Teil der Tour unter 13 Themsebrücken von der Albert Bridge zur Tower Bridge. Nach ersten Schätzungen waren rund zwei Millionen Menschen an den Ufern versammelt – davon schätzungsweise 1,25 Millionen, die von außerhalb der britischen Hauptstadt angereist waren. Züge in die Hauptstadt waren derart überfüllt, dass viele Fahrgäste zurückgewiesen werden mussten.

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