Thüringen : Junge Mutter ließ Baby verdursten

Eine Mutter aus dem thüringischen Sömmerda hat ihren neun Monate alten Säugling in der eigenen Wohnung verdursten lassen. Gegen die 20-Jährige wurde Haftbefehl wegen Totschlags und Aussetzung mit Todesfolge beantragt.

Sömmerda/Erfurt - Polizei und Jugendamt hätten den knapp zehnmonatigen Sohn der Frau am Donnerstagnachmittag tot in deren Wohnung gefunden. Er sei verdurstet. Auch die ebenfalls in der Wohnung entdeckte zweijährige Tochter habe an Flüssigkeitsmangel gelitten. Beide Kinder seien normal entwickelt und nicht unterernährt gewesen. Das Mädchen sei vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Mutter wurde laut Polizei kurz nach dem Fund in der Wohnung einer Freundin festgenommen. Nach eigener Aussage sei sie am Sonntag das letzte Mal bei den Kindern gewesen und habe sie versorgt. Sie habe sich in den vergangenen Wochen nur noch gelegentlich um die Kinder gekümmert, weil sie überfordert gewesen sei. Laut Obduktion starb der Junge zwischen Samstag und Montag. Der getrennt lebende, 25-jährige Vater wurde laut Grube ebenfalls festgenommen, in der Nacht jedoch mangels Tatverdacht wieder freigelassen.

Nachbarin gab Hinweis

Laut Schmitt war das Jugendamt nach einem Hinweis einer Nachbarin Mitte November aktiv geworden. Am Donnerstagmittag habe das Amtsgericht eine Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes für die Kinder auf die Behörde beschlossen, worauf die Wohnung von der Polizei geöffnet wurde. Die Beamten fanden den toten Säugling in einem Kinderbett. Im Nachbarzimmer sei die Zweijährige in einem Laufstall gefunden worden. Die Wohnung sei beheizt und nicht verwahrlost gewesen. Allerdings hätten sich im Kühlschrank verdorbene Lebensmittel befunden, weil der Strom abgestellt war. Hinweise auf Versäumnisse des Jugendamtes gibt es laut Schmitt nicht. (tso/AFP)

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