Tiere : Der Kormoran ist Vogel des Jahres

Der Kormoran ist Vogel des Jahres 2010. Die am Freitag in Berlin vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) verkündete Entscheidung für den fischfressenden Vogel löste bundesweit zum Teil heftige Proteste von Sport- und Berufsfischern aus.

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Nahrungskonkurrent des Menschen. Der Kormoran wird viel gejagt. Foto: ddpNABU/Florian Moellers

Berlin -  Der Nabu und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern gaben an, dass jährlich immer noch bis zu 15 000 Kormorane geschossen würden und die Art wegen der Verfolgung durch Fischer und Angler lange Zeit in Deutschland fast verschwunden gewesen sei. Fischereiverbände kritisierten dagegen, der Kormoran (Phalacrocorax carbo) habe durch übermäßigen Fischfraß in vielen Bundesländern die Betreiber von Fischzucht- und Teichanlagen an den Rand des Ruins getrieben. Nach Angaben der Naturschützer leben mittlerweile in Deutschland wieder rund 24 000 Brutpaare. Der bis zu einem Meter große und bis drei Kilo schwere Vogel gilt als Meistertaucher, er kann bis zu 90 Sekunden lang und 30 Meter tief tauchen. Nach Angaben der Verbände gefährdet er keine Fischbestände. Der Verband Deutscher Sportfischer und der Deutsche Anglerverband kritisierten die Naturschutzverbände wegen ihrer Wahl allerdings zum Teil scharf. Der Präsident des Fischereiverbands Bayern, Eberhard Roese, nannte die Wahl „in höchstem Maße ärgerlich“. In Europa gebe es zwei Millionen Kormorane „als Bedrohung für den Fischfang“. Im vergangenen Winter seien viele Gewässer „de facto vom Kormoran leer gefressen worden“.

Der Naturschutzbund Deutschland kritisierte seinerseits, dass nahezu alle Bundesländer Verordnungen erlassen, die den bestehenden Schutz des Vogels untergraben. dpa

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